Titel:
Physik und medizinische Physik für Veterinärmediziner
Personen:
Giese, Werner Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN611177188/216/
202

Magnetismus

netz in Haus und Hof und die verwendeten
Elektrogeräte magnetische Streufelder er-
zeugen, die 60 mT bei weitem nicht erreichen.
Dieses zeigt Tabelle 11-1.

Tabelle 11-1: Magnetische Streufelder in Haus-
haltungen und landwirtschaftlichen
Betrieben bei 30 cm Abstand

Quelle von magneti- schen Streufeldem Magnetische Fluß- dichte
Starkstromkabel 1,0 - 2,5 mT
140-W-Lötkolben 0,5 - 1,0 mT
Tischlampe 0,5 - 1,0 mT
Elektro-Herd 0,5 - 1,0 mT
Schleifmaschine 0,1 -0,5 mT
Bohrmaschine 0,1 -0,5 mT
Heißlüfter 0,1 -0,5 mT
Farbfernseher 0,1 -0,5 mT
S/W-Femseher 0,01-0,1 mT
Staubsauger 0,01-0,1 mT
Heizkissen 0,01-0,1 mT
Waschmaschine 0,001-0,01 mT
Spülmaschine 0,001-0,01 mT
Bügeleisen 0,001-0,01 mT
Kühlschrank 0,0001 -0,001 mT

11.5 Biomagnetismus, Ursachen,
Bedeutung und Messung

Biomagnetismus ist der äußerst schwache
Magnetismus lebender biologischer Gewebe.
Er folgt aus der physikalischen Tatsache, daß
sich jede bewegte elektrische Ladung mit ei-
nem Magnetfeld umgibt. Somit hat der Bio-
magnetismus an den bewegten Ionen seinen
Ursprung. Wenn z.B. Muskel- oder Nerven-
zellen durch einen adäquaten physiologischen

Reiz depolarisiert werden und danach repola-
risieren, existieren bioelektrische Ströme, die
Magnetfelder erzeugen. Die Magnetfelder ent-
stehen also an Zellmembranen und in Ner-
venaxonen, wo sie sich je nach Anzahl der
bewegten Ionen addieren. Dennoch sind sie
sehr schwach und liegen in der Größenord-
nung von 10“14 bis 10"10 x.

Schirmt man das Erdmagnetfeld und techni-
sche Streufelder durch dicke Raumwände aus
sogenannten Mu-MetaUen (Nickel-Eisen-
Legierung großer magnetischer Leitfähigkeit)
ab, so können das mit dem EKG des Herzens
verbundene Magnetfeld als Magnetokardio-
gramm (MKG) und das mit dem EEG ver-
bundene Magnetfeld des Gehirns als Magne-
toencephalogramm (MEG) mit einem hoch-
empfindlichen Magnetometer gemessen wer-
den.

In Abb. 11-33 wird solch ein magnetfeldfreier
Abschirmraum gezeigt, in dem das Magnetfeld
am Herzen eines Hundes gemessen wird.

Mu-Metall

Abb. 11-33: Abschirmraum zur Messung bio-
magnetischer Felder (in Anlehnung
an Cohen et al.)

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