Titel:
Physik und medizinische Physik für Veterinärmediziner
Personen:
Giese, Werner Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN611177188/217/
Das Ergebnis ist als Magnetokardiogramm
(MKG) dem Elektrokardiogramm sehr ähnlich
(Abb. 11-34).

Abb. 11-34: Magnetokardiogramm (MKG) im
Vergleich zum Elektrokardiogramm
(EKG) eines Hundes (in Anlehnung
an Cohen et al.)
Der Mittelwert des QRS-Segments im MKG
beträgt 3 bis 5 -10“^ T.
Mißt man in der Umgebung des Unterleibs
eines Menschen, können 10"^ bis 10“^ T
eines magnetischen Gleichfeldes erfaßt wer
den, während bei Messungen des Magnetfel
des des menschlichen Gehirns 10’^ bis 10"^
T als cc-Rhythmus des Gehirns registriert wer
den können.
Der Vorteil der Magnetfeldmessungen von
Herzströmen bzw. Gehimströmen gegenüber
elektrischen Feldern besteht in der geringen
Absorption des Magnetfeldes durch das Herz
bzw. Gehirn und durch die sie umgebenen
Schichten.
So sollen tiefer im Herzen bzw. im Gehirn
gelegene Reizbildungs- und Reizleitungsstö
rungen durch Magnetfeldmessung erfaßt wer
den können, die bei elektrischen Feldmessun
gen gar nicht oder nur schwach zutage treten.
Immer ist damit ein großer technischer Auf
wand verbunden. Dieser besteht im Aufbau

einer hochwirksamen Abschirmkammer mit
Wänden, die zur Rauminnenseite aus dicken
Kupferplatten gefertigt sind und außen aus ca.
sechs Lagen einer Nickel-Eisen-Legierung
hoher magnetischer Permeabilität bestehen. In
einer solchen Kammer lassen sich 40 Femto-
Tesla (ff) (d.h. 0,8 Milliardstel des Erdma
gnetfeldes) nachweisen.
Neben der Abschirmung von technischen und
natürlichen Magnetfeldern benötigt man ein
mit flüssigem Helium gekühltes Magnetome
ter. Erst die Entwicklung hochempfindlicher
32 SQID-Magnetometer, deren Herzstück ein
durch Flüssighelium gekühlter supraleitender
Metallring ist, macht derartige hochempfindli
che Magnetfeldmessungen möglich. Gäbe es
keine technisch-magnetischen Streufelder,
ließe sich mit einem solchen Gerät das Anlas
sen eines Automotors auf dem Mond nachwei
sen. Auf eine genauere physikalische Be
schreibung des SQID-Magnetometers muß
hier aus Gründen nicht voraussetzbarer theo
retisch-physikalischer Kenntnisse verzichtet
werden.

11.6 Das Magnetfeld der Erde,
Bedeutung und Messung
Die Existenz eines Erdmagnetfeldes wird an
jeder Kompaßnadel mit ihrer Einstellung in
Nord-Süd-Richtung deutlich.
Der beweglich gelagerte magnetische Dipol
(Nadel) stellt sich mit seinem magnetischen
Nordpol auf den magnetischen Südpol in
Richtung Hudson-Bay in Kanada, ca. 2300 km
vom geographischen Nordpol, ein. Die Lage
des magnetischen Pols ist nicht stabil, sondern
verändert sich langsam. Der Kompaß zeigt
somit immer nur grob betrachtet in Richtung
des geographischen Nordpols.

32 SQID = Supraconducting Quantum Interference Device

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