Titel:
Die Königliche Thierarzneischule zu Hannover in den ersten Hundert Jahren ihres Bestehens
Personen:
Günther, Karl Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN612822060/115/
Unsere Spitalklinik war stets gut besetzt. Nur während der un
glücklichen' Periode von Neujahr 1858 bis Ostern 1859 musste sie,
wie die ganze Unterrichtung dadurch leiden, dass der Director und
zweite Lehrer krank waren, und letzterer, wie wohl selber noch
leidend, bis zum Juli die Officien des pensionirten Directors neben
den seinigen mit versah, dann allerdings durch Eintritt des Dr. Harms
eine kräftige, aber im Lehrfachs noch ungeübte Hülfe erhielt. Die
Ansprüche, welche an uns gemacht wurden, führten zur Erschöpfung.
Unter solchen Verhältnissen wurde die Aufnahme von Patienten
in die Klinikräume möglichst reducirt und die Behandlung derselben
mehr, wie früher angegeben, in den Ställen der Eigenthümer vorge
nommen. Daher kam es denn auch, dass Oerlach bei seinem Eintritt
zu Ostern 1859 kein besetztes Spital vorfand und später behaupten
konnte, dass erst durch ihn eine Spitalklinik an der Anstalk ge
schaffen sei (cfr. Geschäftsbericht an die Landdrostei).
Gerlach’s Behauptung (cfr. Jahresbericht per 1868), „dass der
klinische Unterricht vor seiner .Zeit eine schwache Seite der Anstalt
war“, ist nach Vorstehendem zu berichtigen, widerlegt sich aber auch
genugsam dadurch, dass sich bekanntermaassen die ohne sein Zu
thun hier gebildeten Thierärzte durch praktische Tüchtigkeit hervor
thaten, wie auch die Berichte der Landdrosteien 1859 bestätigen.

Nebenleistungen der Anstalt.
a. Unterricht für Offieiere.
Die schon bei Gründung der Anstalt gehegte Absicht, den -Offi-
cieren der Cavallerie an der Anstalt einen besonderen Unterricht
in der äusseren Pferdekenntniss und in der Beurtheilung des Huf
beschlages etc. zu gewähren, wurde bereits durch Kersting realisirt
und seitdem, mit Ausschluss der Franzosenzeit, bis 1866 durchgeführt.
Dieser Unterricht hat sehr gute Früchte getragen.
Der Besuch der alljährlich wiederkehrenden Vorträge war für
die jüngeren zur sogenannten „Militair-töcole“ commandirten Offi-
ciere, welche zugleich Reitunterricht im Marstalle genossen, obliga
torisch, wurde aber mit Vorliebe auch von älteren besucht. Der
Unterricht wurde im Wintersemester in täglich einer Stunde ertheilt.
b. Unterricht für Militairschmiede.
Hannover besass zur Zeit der Gründung der Anstalt 13 Caval-
lerie-Regimenter, welche zu Kersting’s Zeit und vor Beginn der
französischen Invasion ihre Schmiede zur Ausbildung im Hufbeschlage

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