Titel:
Die Königliche Thierarzneischule zu Hannover in den ersten Hundert Jahren ihres Bestehens
Personen:
Günther, Karl Wikipedia
PURL:
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gezeigt, sondern man giebt ihnen auch den Unterricht, denen zusammenge-
setzten Mitteln ihre Gestalt zu geben, damit sie, wenn sie dergleichen be-
nöthigt sind, solche allenfalls selber zubereiten können.

In einem bei der Thierarzneischule befindlichen Garten sollen alle
bekannte, gute, mittelmässige und schlechte Futterkräuter und Grasarten,
wie auch alle in der Thierarznei zu gebrauchende medicinische Pflanzen
in einer belehrenden Ordnung gepflanzt werden, alles in der Absicht, der
Schüler ihre Kenntniss sowohl über Wiesen, Weiden und trockene Futter-
kräuter, in wieweit selbige gut oder schlecht ernähren, der Gesundheit an-
gemessen oder derselben nachtheilig sind, zu erweitern, zugleich aber auch
sie in den Stand zu setzen, nahebei wachsende medicinische Pflanzen zur
rechten Zeit mit geringen Kosten einsammeln zu lassen.“

Beim Abgänge von der Schule erhielten die Schüler, ohne eine
besondere Prüfung bestanden zu haben, mehr oder weniger empfeh-
lende Bescheinigungen, z. B.:

„Vorzeiger dieses, Lehr echt Carl Schilling aus Anhalt-Cöthen, hat in
der Königlichen Thierarzneischule sieben Monate die Vorlesungen über
Thierarznei mit aller erforderlichen Aufmerksamkeit angehört, auch bereits
verschiedene nützliche Operationen mit Geschicklichkeit verrichtet und in
dieser Zeit solchen Fleiss zum Lernen bewiesen, daraus man sich, wenn
anders derselbe den Unterricht in der Schule länger benützen können,
einen geschickten und dem gemeinen Wesen nützlichen Thierarzt verspre-
chen könnte, zumahl man demselben noch ausserdem das Zeugniss, einen
guten gesitteten Wandel geführt zu haben, geben muss.

Dieses zu seiner anderweitigen Empfehlung als Wahrheit zu beschei-
nigen hat man kein Bedenken gehabt.

Hannover, den 7. April 1783. j ^ Kersting,

Oberhof - Ross - Arzt. “

Kersting wirkte leider nur wenige Jahre an dem von ihm ins
Leben gerufenen jungen Institute. Er starb am 2. März 1784 im
58. Jahre seines vielbewegten Lebens in Folge eines wenige Tage
zuvor an dem Unterschenkel erhaltenen Hufschlages. (S. weiter unten
dessen Biographie.)

Ueber die Frequenz der Schule unter Kersting liegen keine be-
stimmten Nachrichten vor, Thatsache ist es aber, dass sie einen
sehr grossen Ruf hatte.

Am 4. Sept. 1784 berichtete der Oberstallmeister über Kersting’s
Tod an den König:

„Eurer Königlichen Majestät bin ich leider verpflichtet, in aller
Unterthänigkeit einen wesentlichen Verlust einzuberichten, den das
Departement durch das Ableben des Ober - Hofrossarztes Kersting
erlitten, welcher durch einen unglücklichen Schlag eines Pferdes,
wozu der kalte Brand gekommen, sein Leben verloren.

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