Titel:
Die Königliche Thierarzneischule zu Hannover in den ersten Hundert Jahren ihres Bestehens
Personen:
Günther, Karl Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN612822060/82/
Die Schule unter Gerlach.

Dieses Interimisticum endete am I. April 1859, an welchem
Tage der frühere Lehrer an der Berliner Schule, Ger lach, zum
Professor ernannt, die ihm überwiesene Director- und erste Haupt
lehrerstelle antrat. Harms wurde unter ehrender Anerkennung seiner
der Anstalt geleisteten Dienste entlassen.
Bei dieser Wiederbesetzung der Directorstelle trat das eigenthüm
liche Verhältniss ein, dass das Directorgehalt fixirt wurde (1500 Thlr.
und freie Wohnung), während der zweite Lehrer wie bisher auf 2 / 5
des aufkommenden Honorars und 400 Thlr. Gehalt angewiesen blieb;
es ergab sich hieraus, dass weiterhin die Verminderung der Frequenz
der Anstalt allein die Einnahme des zweiten Lehrers in enormem
Maasse herabdrückte, während alle übrigen Lehrer feste Einnahme
hatten. Reclamationen blieben unberücksichtigt, bis sich die Frequenz
soweit wieder gehoben hatte, dass ohne weiteren Staafszuschuss die
Fixirung erfolgen konnte (27. Aug. 1862).
Die Einrichtung, dass die Lehrer, incl. des Directors, das
Hospitanten-Honorar bezogen, blieb fortbestehen, bis es 1863 (Vers,
v. 21. Mai) zur Schulcasse gezogen und die Lehrer durch ein Aversum
aus dieser entschädigt wurden.
Gerlach verzichtete auf das unbedeutende, für grössere Ope
rationen in der Spitalklinik bislang erhobene Honorar, und traf zu
nächst die Einrichtung, dass die Behandlung der Patienten in der
externen Klinik, deren Leitung dem zweiten Hauptlehrer verblieb,
unentgeltlich zu erfolgen hatte, eine Einrichtung, welche ihrer Zweck
mässigkeit wegen, wiewohl im Widerspruch mit dem Wortlaut der
noch gültigen Schulordnung von 1851, von den Behörden gutgeheissen
wurde. Die Verhandlungen wegen entsprechender Entschädigung und
Gewährung von Transportmitteln führten nur zu recht unerquick^
liehen Erörterungen, ohne ein anderes Resultat zu liefern, als dass
eine unbestimmte Remuneration in Aussicht gestellt wurde, welche
aber nie die Höhe des entzogenen Erwerbes erreichte.

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