Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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anatomische Fach vertreten, ausserdem jedoch auch die Vorlesungen
über pathologische Anatomie — verbunden mit den Sectionen der in
den Anstaltskliniken gefallenen Thiere, — über Physiologie, Zoologie,
zeitweise auch über Botanik und allgemeine Pathologie gehalten hat.
Schon zwei Jahre nach seinem Eintritt in die Anstalt gab Gurlt
sein „Handbuch der vergleichenden Anatomie der Haussäugethiere"
heraus, von welchem 1860 die vierte Auflage erschien. Dasselbe
blieb bis 1872 die Grundlage für den anatomischen Unterricht
nicht nur an der Berliner, sondern auch an den übrigen Nord
deutschen Thierarznei-Schulen und wurde später durch das von
Gurlt’s Schülern, von Leisering und mir vollständig neu bearbeitete
Handbuch ersetzt, von welchem bis heute drei Auflagen erschienen
sind. Schwab in München, welcher 1810 eine Uebersetzung der
Girard’schen Anatomie herausgegeben hatte, veröffentlichte fast
gleichzeitig mit Gurlt ein „Lehrbuch der Anatomie der Haussäuge-
thiere", welches meistens — namentlich in der Myologie — die an
den französischen Thierarzneischulen angewandten Bezeichnungen des
Girard’schen Buches beibehielt. Letztere sind später auch in die
von Leyh und Franck verfassten Handbücher der Anatomie über
gegangen und noch gegenwärtig zum grossen Theil an der Münchener
Thierarzneischule gebräuchlich. Das Gurlt’sche Handbuch hat das
Verdienst, die in der Anatomie des Menschen seit jeher üblichen
deutschen Bezeichnungen in die Veterinär-Anatomie eingeführt und
auf diese Weise eine vergleichende Anatomie in der eigentlichen Be
deutung des Wortes angebahnt zu haben.
Zeugniss von dem unermüdlichen Fleiss, durch welchen sich
Gurlt sein ganzes Leben hindurch auszeichnete, gaben ferner die
„Anatomischen Abbildungen", welche 1829 in drei starken Folio- 1
bänden und einem Bande Text erschienen und bis auf den heutigen
Tag als die eingehendsten bildlichen Darstellungen der Veterinär-
Anatomie bezeichnet werden können. Trotz seiner dauernden Belastung
mit zahlreichen Vorlesungen, welche sich jetzt auf vier Docenten der
Anstalt vertheilen, hat Gurlt noch ein Handbuch der Physiologie
und ein solches der pathologischen Anatomie verfasst, dessen zweiter
die Missgeburten betreffender Theil für alle Zeiten werth voll bleiben
wird. Sein nicht genug anzuerkennendes Verdienst ist ferner, dass
er die Sammlungen der Anstalt geschaffen und 50 Jahre lang ohne
Unterbrechung bereichert hat. Indem wir unserer Bewunderung der

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