Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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Zum praktischen Unterrichte im Schmieden waren zwei Lehrer
(Sommer und Kindel) angestellt, von denen jeder 2 Schmieden
leitete, die mit dem nöthigen Handwerkszeuge versehen waren.
Im Jahre 1809 wurden die Schmieden den Schmiedelehrern zur
eigenen Benutzung und zur Unterweisung der Eleven übergeben.
Hierüber wurde unter dem 28. August 1809 ein besonderer Kontrakt
mit den Schmiedelehrern abgeschlossen. —
Die beschriebene Einrichtung behielt die Thierarzneischule bis zu
ihrem im Jahre 1817 erfolgten Uebergange auf die Königliche Re
gierung zu Berlin. Der Oberstallmeister vonJagow war im Jahre 1808
an die Stelle des Grafen von Lindenau getreten und der Apotheker
Ratze bürg in demselben Jahre gestorben. Nach seinem Tode hatte
der Provisor Christ den chemischen, pharmaceutischen und botanischen
Unterricht übernommen.
Inzwischen war von mehreren Seiten die Ansicht ausgesprochen
worden, dass die Thierarzneischule mehr leisten müsste als bisher,
und dass sie bei ihrer einseitigen, nur auf die Behandlung kranker
Pferde gerichteten und rein praktischen Lehrthätigkeit auf den Namen
einer wissenschaftlichen Anstalt keinen Anspruch machen könnte.
Schon im Jahre 1800 hatte der Geheime Ober-Medicinal-Rath
Welper den Vorschlag gemacht, die Thierarzneischule zugleich als
Unterrichtsanstalt für Kreisphysiker und Kreischirurgen zu benutzen.
Die mit der Prüfung dieser Frage betraute Kommission hatte sich auch
für die Zweckmässigkeit dieses Vorschlages ausgesprochen. Allein die
Ausführung desselben unterblieb, weil die zur Herstellung der Ein
richtungen erforderliche Summe von 12 623 Thalern als zu hoch be
zeichnet wurde.
Durch die politischen Ereignisse des Jahres 1806 wurde die bis
herige, schon beschränkte Wirksamkeit der Thierarzneischule in hohem
Grade erschüttert. Die Anstalt wurde zwar nicht geschlossen, die
Anzahl ihrer Schüler hatte jedoch so bedeutend abgenommen, dass sie
im Jahre 1809 nur noch 14 Zöglinge (10 Civil-, 2 Militär- und 2
Marstall-Eleven) betrug. Die höchsten Staats-Behörden erkannten des
halb das dringende Bedürfniss an, dass die Anstalt reorganisirt und
mit der in Berlin errichteten Universität in nähere Beziehung gesetzt
würde. Zu diesem Zwecke arbeitete der damalige Chef der Sektion
des öffentlichen Unterrichts, der spätere Staatsminister W.v. Humboldt,
unterm 26. März 1810 eine Denkschrift aus, welche die wissen
schaftliche Richtung der Thierarzneischule forderte und begründete und

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