Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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Leitung von Professor Dieckerhoff, worauf sie zugleich mit dem
Vortrage über Akiurgie auf den Referenten übergingen.
Die Vorträge über Chirurgie hat Hertwig nahezu 50 Jahre hin
durch gehalten, seine Thätigkeit in der stationären Klinik erstreckte
sich über 25 Jahre. Langjährige Erfahrungen und hervorragende
Geistesanlagen verschafften Hertwig als Veterinär-Chirurgen bald all
gemeine Anerkennung. Aus seinem „Praktischen Handbuch der Chir
urgie für Thierärzte“, welches 1850 in erster, 1858 in zweiter und
1873 in dritter Auflage erschien, spricht reiches Wissen, Schärfe des
Urtheils, bewundernswerte Beobachtungsgabe, verbunden mit einer
hoch entwickelten praktischen Befähigung. Wenn auch der Inhalt
heute teilweise veraltet erscheinen mag, so muss trotzdem das Werk
als das vollkommenste bezeichnet werden, das auf diesem Gebiete in
der deutschen Literatur erschienen ist. Ebenso erlangte die mit Gurlt
1847 herausgegebene „Chirurgische Anatomie und Operationslehre“
Hertwig’s eine grundlegende Bedeutung; alle späteren Arbeiten,
namentlich über topographische Anatomie, sind auf dieser aufgebaut.
Auch in seiner Thätigkeit als Lehrer ist Hertwig selten übertreffen
worden und lebt als solcher in der Erinnerung der meisten deutschen
und vieler ausländischer Thierärzte fort. Sein Name als der eines
Mannes, der sich um die Entwicklung der tierärztlichen Wissenschaft
und unserer Anstalt hohe Verdienste erworben hat, wird — so lange
ernstes Streben, geniale Auffassung und wissenschaftliches Durch
dringen des Fachstudiums geehrt wird — unvergessen bleiben.
Nach dem Abgänge Hertwig’s gingen dessen Vorlesungen über
Chirurgie an den Referenten über und werden seitdem in der Weise
gehalten, dass im Sommersemester die allgemeine Chirurgie und
Akiurgie, im Wintersemester die specielle Chirurgie zum Vortrage ge
langen. Nach dem Tode Gerlach’s trat eine Aenderung in der Ver
teilung der Lehrgegenstände ein, indem Professor Eggeling mit den
Vorlesungen über Chirurgie und Akiurgie beauftragt wurde.
Im Jahre 1885 erfolgte die Trennung der bis dahin vereinigten
Klinik für grössere Hausthiere in eine Abtheilung für innere und eine
solche für äussere Krankheiten; die letztere wurde Referenten über
tragen. Mit der von Jahr zu Jahr steigenden Frequenz der Klinik,
mit der zunehmenden Zahl der ihr anvertrauten Patienten, sowie end
lich mit den höheren Anforderungen, welche durch die neueren Er
rungenschaften auf dem Gebiete der Chirurgie hervorgerufen wurden,

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