Titel:
Die Thierärztliche Hochschule zu Berlin 1790 - 1890
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und im Formuliren zu richten; sie werden daher nicht allein die hierzu
sich hei der Krankenbehandlung darbietende Gelegenheit benutzen, sondern
sie haben sich auch an einem Tage der Woche zu vereinigen, um von dem
Kandidaten einige Arzneiformeln und die Dosenbestimmung einiger Arznei
mittel mit Rücksicht auf die verschiedenen Thier gattun gen in ihrer Gegen
wart niederschreiben zu lassen.
Diese Arbeit wird sodann, entweder berichtigt, oder als genügend be
zeichnet, der klinischen Prüfungs-Arbeit beigefügt.
§ 19. Am Schlüsse der klinischen Prüfung vereinigen sich beide Kom
missarien über die dem Kandidaten zu ertheilende Censur, indem sie unter
der Krankheitsgeschichte gemeinschaftlich bemerken, wie derselbe in theo
retischer und wie er in praktischer Hinsicht bestanden ist und welche
Schluss-Censur ihm hiernach zu ertheilen ist.
§ 20. Die praktisch-pharmaceutische Prüfung, welche vor zwei
Mitgliedern der Prüfungs-Kommission abgelegt wird, bezweckt die Erfor
schung des Grades der pharmaceutischen Kenntnisse und Geschicklichkeit,
deren die Kandidaten für ihren künftigen Wirkungskreis als praktische
Thierärzte bedürfen; da ihnen nach den bestehenden gesetzlichen Bestim
mungen die Befugniss zusteht, in ihrer eigenen Praxis die Arzneien selbst
zu dispensiren.
§ 21. Zu dem Ende muss der Kandidat die Arzneien, welche für die
ihm zur klinischen Prüfung überwiesenen kranken Thiere erforderlich sind,
selbst bereiten und dispensiren und ausserdem an einem Tage die vorkom
menden Recepturgeschäfte in der Apotheke mitversehen. Die hierbei die
Aufsicht führenden Mitglieder der Prüfungs-Kommission werden zugleich
Veranlassung nehmen, zu erforschen, ob der Kandidat die seinem Bedürf
niss angemessenen Kenntnisse der pharmaceutischen Waarenkunde besitzt
und insbesondere, in wie fern ihm die Kennzeichen der Güte und Aechtheit
der Arzneimittel bekannt sind; dabei ist ihm zugleich aufzugeben, eine
Stelle aus der Landespharmakopöe zu übersetzen.
Das demnach von dem Prüfenden hierüber auszustellende Zeugniss wird
zu den Prüfungs-Akten genommen.
§ 22. Die Schlussprüfung erfolgt nur, wenn der Kandidat in allen
vorhergehenden Prüfungs-Abschnitten genügende Kenntniss an den Tag ge
legt hat, und wird von vier Mitgliedern der Prüfungs-Kommission in Gegen
wart des Direktors abgehalten.
Dieselbe begreift das ganze Feld des thierärztlichen Wissens; sie dient
daher nicht allein zur Ergänzung und Bestätigung der früheren Prüfungs-
Abschnitte, sondern es soll auch durch sie der Grad der allgemeinen wissen
schaftlichen Bildung des Kandidaten erforscht werden.
Zu diesem Endzwecke übernimmt ein Mitglied der Prüfungs-Kommission
vorzugsweise die Prüfung im Gebiete der Physik, Chemie und Pharmako
logie; ein zweites vorzugsweise die Prüfung über Anatomie und Physiologie,
verbunden mit pathologischer Anatomie und über Naturgeschichte einschliess
lich der Botanik; ein drittes vorzugsweise die Prüfung über Exterieur, Züch
tung und Diätetik der Hausthiere; endlich ein viertes vorzugsweise die
Prüfung dm- allgemeinen und speciellen Pathologie und Therapie, so wie
auch über Chirurgie und Arzneimittellehre und gerichtliche und polizeiliche
Thierheilkunde.
Es versteht sich, dass hiernach nicht gefordert wird, dass jeder der
Prüfenden in jeder Prüfung alle genannten Fächer berühren soll, sondern
es soll hiermit nur das Feld angedeutet sein, aus welchem sich jeder der

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