Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN618743537/101/
I. Geschichte der thierärztiichen Unterrichts-Anstalten.
Wir beginnen zunächst mit
Frankreich,
als dem Mutterlande der Thierarzneischulen. Frankreich besitzt
gegenwärtig drei Thierarzneischulen: zu Lyon und Al fort, deren wir
bereits gedacht haben, und zu welchen 1825 noch die von Toulouse
kam.

1. Die Thierarzneischule zu Lyon.
Der Unterricht, der in den ersten Jahren nach der Gründung dieser
Anstalt von Bourgelat in Gemeinschaft mit dem Abbe Rozier er
theilt wurde, beschränkte sich auf Anatomie, Exterieur, Diätetik, Botanik,
Arzneimittellehre, Pathologie mit dem klinischen Unterrichte, die Ope
rationslehre, den theoretischen und practischen Hufbeschlag. Die
Zöglinge waren Schmiede. — Nach Bourgelat’s Fortgange wurde der
Abbe Rozier Director der Anstalt, die nach der Gründung von Alfort
sehr vernachlässigt wurde. Während Alfort jährlich 60000 Livres zu
seiner Unterhaltung aus dem Staatsschätze erhielt, 8—10 Professoren
besass, und der Unterricht in bedeutend grösserem Umfange, besonders
mit Berücksichtigung der Naturwissenshhaften ertheilt wurde, war die
für Lyon bestimmte Subvention nur gering (8333 Livres, später
12000 Livres), die aus den Geldern der Stadt entnommen wurden.
Der AbböRozier, der sich vorzugsweise mit den öconomischen Wissen
schaften beschäftigte und ausser einem Cours complet d’agriculture
theorique et pratique etc. auch Demonstrations elementaires de bota-
nique, ä l’usage de l’ficole royal veterinaire hinterlassen hat, umgab
sich zunächst mit einer Anzahl geschickter PractiKer und suchte den
Unterricht, der auf das Nothwendigste beschränkt wurde, damit so gut
wie möglich fortzusetzen. Rozier, der ausserdem noch auf seine
Kosten eine Bibliothek, sowie einen botanischen Garten angelegt hatte,
wurde 1774 während der Belagerung Lyons in der ersten Revolution
durch eine Bombe in seinem Bette getödtet. Sein Nachfolger Flandrin
(geb. 1752 zu Lyon, gest. 1791), vorher zweiter Director in Alfort,
ging wenige Jahre später wieder dorthin zurück. An seine Stelle trat
Louis Bredin, einer der ersten Schüler der Lyoner Schule. Mit der
Unterstützung seines Freundes Jacques Marie He non, der ebenfalls
von Alfort gekommen war, suchte er die in einem beklagenswerthen

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