Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
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gegeben; »es durften keine anderen Gesellen aufgenommen werden als In
länder und solche, die der Professor für Thierarzneikunde für fähig gefunden
und als Gesellen zugleich dem vollständigen Unterricht der Thierarznei sich
widmeten«. Um der Anstalt das nöthige klinische Material zu sichern,
wurde auf fürstlichen Befehl dem Professor Halberstädter die Be
handlung der erkrankten Hofpferde zugesichert und ein Leibstall in einen
Krankenstall umgewandelt. Der Unterricht dauerte i—i 2 / 2 Jahre. 1799
erliess der Fürstbischof Georg Karl, dass bei Beurtheilung von Pferde
mängeln künftighin bei Gericht nur solche Rossverständige gebraucht
werden sollten, welche in der Thierarzneischule ihren Unterricht em
pfangen hatten; ferner, dass die Examinationscommission für Aerzte und
Chirurgen, welche auf dem Lande angestellt werden wollten, bei ihren
Prüfungen vorzüglich Rücksicht darauf nehmen sollte, ob dieselben sich
auch Kenntnisse in der Thierheilkunde erworben hätten. — Halber
städter starb im August 1801. Gleich nach seinem Tode fiel Würzburg
an Bayern und es wurde von dem bayrischen Ministerium Aug. Ryss
(geb. 1779), der früher Medicin, später in München Thierarzneikunde
studirt, dann auf Staatskosten die Thierarzneischulen zu Wien, Dresden
und Berlin besucht und hiernach eine Zeit lang als Repetitor an der
Münchener Schule fungirt hatte, als »Professor der medicinischen Section
füt die Veterinär-Medicin« angestellt. Derselbe wurde gleichzeitig be
auftragt, neue Vorschläge zur Verbesserung und Organisation der
Veterinäranstalt zu machen. Es wurden zunächst die Bibliothek, sowie
die Sammlungen Halberstädter’s angekauft und die Hälfte der Unter
haltungskosten der Anstalt aus dem Universitätsfond bestritten. Zweck
des Institutes sollte nach dem Plane von Ryss sein: Mediciner, welche
ein Physicat oder eine Gerichts wundarztstelle erhalten wollten, in der
Zootomie, in der Theorie der epizootischen Krankheiten, und in der
Pathologie der Hausthiere überhaupt zu unterrichten; ferner junge Leute
vom Lande als practische Thierärzte auszubilden, welche die am häufigsten
vorkommenden Krankheiten der Hausthiere heilen können. Dieser Plan
wurde am 5. Mai 1804 durch die Kurfürstl. Landesdirection genehmigt.
Bei der Aufnahme wurden Schmiedesöhne, die gut lesen und schreiben
konnten, berücksichtigt. Der Lehrcurs dauerte 2 Jahre, wobei jedoch
die ganze Wissenschaft in einem Jahre vorgetragen wurde. Die Eleven
waren in 2 Klassen getheilt. Gegenstände der I. Klasse waren: Zootomie
und Physiologie, die der zweiten: Pathologie und Therapie. Am Samstag
wurde eine Stunde gewählt, um die Grundsätze des Hufbeschlages vor
zutragen. Die Vorlesungen für die I. Klasse mussten auch die Eleven
der II. Klasse besuchen. — Nach Absolvirung des ganzen Cursus wurden
die Eleven von der Medicinalsection geprüft und erhielten hierauf die
Erlaubniss, die Thierheilkunde ausüben zu dürfen und die Qualification,
in gerichtlichen und polizeilichen Fällen als Sachverständige zu dienen.
Mit der Einführung dieses Lehrplanes wurde auch ein Repetitor
und Assistent (der Candidat der Medicin Gr üb, der nachher auf 1 / 2 Jahre
beurlaubt, auf Staatskosten mehrere ausländische Thierarzneischulen,

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