Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
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Zu erwähnen ist endlich, dass die russische Literatur ein Werk
über Geburtshülfe von Prosoroff (Professor an der Veterinair-Abtheilung
in Petersburg) aus dem Jahre 1849 besitzt.
Der Hufbeschlag
war trotz der recht brauchbaren Vorschriften von Fiaschi, Ruini,
Solleysel in der vorhergehenden Periode rein empirisch ausgeübt
worden, und es hatten sich in einzelnen Ländern Eigenthümlichkeiten
in dem Beschlagsverfahren ausgebildet, welche theils durch locale Ver
hältnisse, theils durch die verschiedene Anschauungsweise über den
Zweck des Beschlages, theils endlich durch die grössere oder geringere
Geschicklichkeit der Verfertiger desselben bedingt waren. Von diesen
Beschlagsverfahren kommt hier zunächst der sog. deutsche und französische
Beschlag in Betracht, von denen der erstere ausser in Deutschland noch
in Dänemark, Russland, Holland und der Schweiz, der letztere in Frank
reich und Italien verbreitet war, während in Spanien ein dem orientalischen
ähnlicher, wie er noch gegenwärtig in der Türkei, Asien und dem
nördlichen Afrika zur Anwendung kommt, ausgeübt wurde. — Man
bemühte sich zunächst, diese Beschlagsverfahren auf rationelle, d. h. auf
Anatomie und Physiologie des Hufes basirte Grundsätze zurückzuführen.
Lafosse, Bourgelat, Chabert, Girard und Gohier in Frankreich,
Lessona in Italien, Weber 1774, Bouwinghausen 1776, Rumpelt,
J. Langenbacher 1811, Hördt 1827, Nüsken 1828, Zerenner, Gross,
Schwab, Vix, Falke, Strauss, Fuchs, Pillwax, Mussgnug und
Peters in Deutschland haben diese Beschläge für den gesunden und
kranken Huf weiter ausgebildet. Den Anstoss zur weiteren Entwickelung
erfuhr die Lehre vom Hufbeschlag von England aus, und zwar besonders
durch die Berücksichtigung des Baues und der mechanischen Ver
richtungen des Hufes. Schon in dem zuletzt berührten Zeitabschnitte
hatte man sich mit diesem Gegenstände beschäftigt, und sich bemüht,
bessere Grundsätze in den Beschlag sowohl, wie in die Zurichtung des
Hufes zu bringen. In dieser Periode waren es zunächst Moorcroft,
Bracy Clark, der in seiner Hippodonomia und Podophthora (1808) die
verschiedenen Beschlagmethoden und ihren Werth erörterte, Coleman,
J. Goodwin, 1821 und James Turner 1832, dann aber Brown, Field,
und Miles (The horse’s foot and how to keep it sound 1846, in's
deutsche übersetzt von Lieutenant Guitard), welche das sog. englische
Beschlagsverfahren cultivirten, jedenfalls ein Verfahren, welches in Bezug
auf die Zurichtung des Hufes, sowie die Form des Hufeisens als das
naturgemässeste zu bezeichnen ist und sich auch, wenn auch mit einigen
durch die localen Verhältnisse bedingten Modificationen, trotz zahl
reicher Gegner über den Continent verbreitet und die alten Beschlags
verfahren mehr und mehr verdrängt hat. Obgleich dies Verfahren in
Hannover, welches ja im vorigen und in den ersten Dezennien dieses Jahr
hunderts unter englischer Herrschaft stand, seit langer Zeit ausgeübt
wurde, so gebührt doch das Verdienst, dasselbe in Deutschland ein-

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