Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN618743537/80/
Male der Schafpocken, welche er damals mit Rabelais in der Ge
gend von Montpellier beobachtet hatte.
1599 wüthete in Italien, während gleichzeitig die Menschenpest dort
und in Frankreich herrschte, besonders im venetianischen Gebiete eine
so verheerende Rinderseuche, dass nach den Angaben von Ramazzini
der Senat von Venedig den Verkauf von Rindfleisch, Butter, Milch und
Käse bei Todesstrafe verbot, um einer etwaigen Uebertragung der
Krankheit auf Menschen vorzubeugen.
1610. Seuche unter dem Rindvieh im Eisass, ebenfalls während
des Herrschens der Menschenpest Es scheint Glossanthrax oder eine
Stomatitis aphthosa gewesen zu sein. Dieselbe Seuche wurde später
(1617) in Italien und in Spanien (1618) beobachtet; sie war nach
Mercurialis auch auf Menschen übertragbar. In Venedig wurde sie
als Giandussa bezeichnet. >
1643 herrschte eine Rindviehseuche in Sachsen, von Weck
»fliessende Pest« genannt, »an der viele tausend Stück Vieh crepirten
und bei der nur ein einziges Mittel sich wirksam zeigte, wenn nämlich
das inficirte Thier zu Pferden gestellt wurde, geschah dies vor der In-
fection, so fand dann die letztere niemals statt«.
Nach Thomas Bartholinus herrschte ferner 1661 in Dänemark
nach einem sehr heissen und trockenen Sommer eine Art von Phrenesie
unter den Thieren, welche sie wie rasend machte. Die Krankheit befiel
Pferde, Rinder und Schafe. Bei der Section fanden sich ein oder
mehrere Würmer in der Hirnsubstanz.
1682, wo in Deutschland allgemein die Pest wüthete, herrschte hier,
wie auch in Frankreich, der Schweiz und Polen, eine ganz verheerende
Seuche, die als »fliegender Krebs« oder »Zungenkrebs« bezeichnet
wurde, zweifellos aber Zungenanthrax gewesen ist. Die Seuche breitete
sich mit einer ausserordentlichen Schnelligkeit aus. Vogel sagt in den
Leipziger Annalen: »Diese giftige Seuche lief in 24 Stunden zwei Meilen
in die Länge und vier Meilen in die Breite«; und Dr. Winkler, Leib
arzt des Kurfürsten von der Pfalz, betont, »dass die Seuche nicht in
dem nämlichen Augenblicke an so vielen entfernten Orten ausgebrochen,
sondern dass sie ihren bestimmten ordentlichen Lauf gehalten, ohne
ein einzig Kirchspiel auf ihrem Wege zu überspringen«. Das davon
befallene »Vieh bekam unter der zungen weisse hitzige blätterlein,
welche in kurzer Zeit dergestalt um sich gefressen, dass wenn man kein
Arzneimittel gebraucht, die zunge inner 24 stunden aus dem Rachen
gefallen und das Thier verreckt«. Bei Eröffnung der todten Thiere
fand man die Zunge »faul und angefressen«; bei einigen traf man Spuren
einer bösartigen Bräune, bei anderen eine faule Milz. Man bemerkte
in Deutschland, sowie in Frankreich, dass diejenigen, welche die mit
der Krankheit behafteten Thiere warteten, bald selbst von derselben
ergriffen wurden und daran starben. Als bestes Mittel bei dieser Krank
heit wurde das Schaben der Zunge vermittelst eines Stückes Silber oder
Eisen, bis Blut kam, und das Auswaschen der Wunde mit Essig, Pfeffer

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