Titel:
Grundriss der Geschichte der Thierheilkunde
Personen:
Eichbaum, Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN618743537/89/
IV. Periode.

Die Thierheilkunde seit der Errichtung von thierärztlichen
Lehranstalten.
Alles, was bis dahin auf dem Gebiete der Thierheilkunde geleistet
worden war, ist im Ganzen trotz einzelner leuchtender Punkte, die wir
angetroffen haben, nur eine reine Empirie gewesen, ein Zusammenstellen
von Erfahrungen ohne leitende Grundsätze und Regeln. Einen wissen
schaftlichen Ausbau erfuhr unser Fach erst seit der Gründung von thier
ärztlichen Lehranstalten. Durch Berücksichtigung der Fortschritte der
Menschenheilkunde und Naturwissenschaften, durch die systematische
Bearbeitung der einzelnen Disciplinen, durch Heranziehen gebildeterer
Elemente zu diesen Studien wurde aus der früheren Empirie eine selbst
ständige Wissenschaft, welche jetzt ein fast über alle Länder verbreitetes
Gemeingut geworden ist, zum Nutzen des Nationalwohlstandes im All
gemeinen, wie der Landwirthschaft, der Sanitätspolizei und dem Handels
rechte im Besonderen. —
Die Gründe für die Errichtung solcher Anstalten waren mannigfache.
Es waren besonders drei Momente, welche die Thierarzneischulen in’s
Leben riefen, und zu diesen gehörten in erster Linie die verheerenden
Seuchen, welche fast ganz Europa durchzogen und den Wohlstand der
einzelnen Staaten vernichteten. Dann war es ferner der Aufschwung
der damals emporblühenden Landwirthschaft und der mit derselben in
inniger Verbindung stehenden Viehzucht; endlich war es wohl auch das
Bedürfniss der Armeen, tüchtige Pferdeärzte zu haben.
Der erste, welcher eine solche Anstalt errichtete und damit den
Grund zu einer wissenschaftlichen Bearbeitung der Thiermedicin legte,
war Claude Bourgelat in Frankreich. Er ist jedoch nicht der erste,
welcher die Nothwendigkeit der Errichtung von thierärztlichen Lehr
anstalten erkannte. Wie wir bereits erfahren haben, hatten sich Ro
bertson und Andrew Snape mit dem Plane der Gründung einer
Pferdearzneischule beschäftigt, und ebenso hatte Lafosse, der Sohn,
in Frankreich fast gleichzeitig mit Bourgelat ein solches Institut
geschaffen. Auch in Preussen hatte etwas später der Generalstabs-
medicus Cothenius in einer Broschüre: Pensdes sur la necessite d’une
dcole vötdrinaire, avec des projets sur la mani£re de l’etablir. Dresse
ä la requisition du Grand Directoire royal et soumis ä Pexamen de l’aca-
demie royale des Sciences et heiles lettres, 1768, die Nothwendigkeit

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