Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
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persische Reiterei galt als die erste und beste in jener frühen Zeit.
Und dass in allen Zeiten zur Trefflichkeit einer Reiterei die Vorzüg
lichkeit der Pferde ein Hauptfaktor war, unterliegt keinem Zweifel.
Erst als das persische Reich unter arabische Herrschaft kam, (636)
fanden mit Nutzen betriebene Paarungen arabischer und persischer
Pferde statt; arabische Pferde wurden von jener Zeit an den persi
schen vorgezogen, obwohl diese an Schönheit jenen nicht nach-, sogar im
Durchschnitt etwas höher standen, als erstere. Das arabische Ross be
sass dagegen mehr Dauer, reineres Blut, mehr Fügsamkeit und An
hänglichkeit an den Menschen.
Die grossen nisäischen Ebenen wurden von den persischen Köni
gen ausschliesslich zur Pferdezucht benutzt; ältere Schriftsteller be
richten, dass auf den nisäischen Gefilden ISO bis 160000 Pferde, da
runter 50000 Zuchtstuten gehalten worden wären. Diese Pferde sollen
meistens aus Schimmeln und Isabellen bestanden haben.
Es muss noch erwähnt werden, dass Wettrennen von Alters her
in Persien eingeführt waren und von den Herrschern und Grossen, die
von jeher die edelsten Pferde züchteten und eine Vorliebe für schöne
Thiere und deren Zucht besassen, sehr begünstigt wurden.
Eine ganz besondere Pferdeart gibt es in Kurdistan, welches halb
zu Persien, halb zur Türkei gehört; sie sind die ausgezeichnetsten
unter allen im Erklettern der Berge und im Herabsteigen derselben,
sie sind dieser Eigenschaft wegen sehr gesucht.
In den türkischen Provinzen Syrien, Mesopotamien, Palestina und
Irak-Arabi hälft man verschiedene Rassen von Pferden, die man theils
kreuzt, neuerdings vorzugsweise mit arabischen Hengsten, theils unter
sich fortzüchtet.
In Turkomanien, (dem südlichen Theile der Tartarei zwischen
dem kaspischen Meere und dem Aralsee) züchtet man von Alter her
einen berühmten Pferdeschlag: Die turkomanischen Pferde, sagt Dr. A.
Jäger, erreichen eine Höhe von 15—16 Faust und zeichnen sich durch
ihre unglaubliche Ausdauer aus. Auf ihren Raubzügen hinterlegen sie
oft in einem Tage 20—30 deutsche Meilen, und es ist Thatsache, dass
ein Haufe Turkomanen, der sich, auf die Schnelligkeit seiner Pferde
vertrauend, bis vor die Thore Ispahans wagte, in 11 Tagen 198 deut
sche Meilen zurücklegte.
Wollte Jemand, dem die arabischen und anderen Pferde des Mor
genlandes zu klein und zu fein sind, zur Züchtung eines grösseren,
kräftigeren Schlages sich orientalischen Blutes bedienen, so würde er

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