Titel:
Der Pferdeliebhaber
Personen:
Oeynhausen, Boerries Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN629726159/6/
Einleitung.

Mit Strebenden ein Strebender zu sein.
Das leihet Muth, das schalst Gedeihn!
Fr ied r. Halm,
Unter den vom Menschen gezähmten und zu seinem Nutzen verwen
deten Thieren steht das Pferd obenan; seine edle Gestalt, seine grosse
Gelehrigkeit und die Art, wie es uns Vortheil und Vergnügen schafft,
haben ihm mit Recht den ersten Platz erworben.
Die gefällige Gestalt des Pferdes, der Anstand in seinem Benehmen,
natürliche Gutmüthigkeit und dabei die Kraft seiner Bewegungen erweck
ten ohne Zweifel schon früher in dem kindlichen Sinne unserer ersten
Voreltern eine gewisse Vorliebe und erwarben ihm das Vertrauen und die
Hausgenossenschaft des Menschen in einem ausgezeichneten Grade, welche
es auch durch die aufopfernde Bereitwilligkeit, seine Kräfte dem mensch
lichen Willen unterzuordnen, so sehr lohnte, dass es sich dessen Gunst
für alle Zeiten sicherte, ja sogar göttlicher Verehrung theilhaftig machte.
In dem Pferde treten Eigenschaften hervor, die man auch beim Men
schen unter die edlen zählt, indem sich in seiner Haltung und Bewegung
Stolz, Kühnheit und Kraft ausdrücken, welche sich auch auf seinen Reiter
zu übertragen scheinen, denn der Geist des Mannes erhebt sich auf dem
Rücken des Rosses und steigert das Bewusstsein seiner Kraft mit dem
Muthe und der Stärke seines Trägers. Diese Gefühle sind tief in die
Brust des Mannes gepflanzt, und regen sich schon frühe im männlichen
Leben, denn schon des Knaben Herz erbebt in Freude, und wähnt sich
zum Manne gereift, wenn ihm vergönnt wird, ein Ross zu besteigen. Das
Ross ist stets ein Attribut der Männlichkeit und fehlt daher in den
festlichsten Tagen des Mannes nicht; zu Ross erscheint der Herr
scher vor seinem Volke, zu Ross mustert der Feldherr seine Heerschaaren,
zu Ross feiert der Sieger seinen festlichen Einzug nach heisserkämpfter
Schlacht und selbst dem Leichenzuge des im Kampfe gefallenen Helden
wird das Ross noch nachgeführt; ja auch der altersschwache Greis blickt
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