Titel:
Der Fuß des Pferdes in Rücksicht auf Bau, Verrichtungen und Hufbeschlag
Personen:
Leisering, August Gottlob Theodor WikipediaHartmann, H. Moritz Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN630852073/139/
muß, sofort einen der ursprünglichen Bewegung entgegengesetzten Stoß
(Gegenstoß) zur Folge hat. Stoß und Gegenstoß betreffen zunächst das
untere Fußende, namentlich die Knochen und den diese umgebenden Huf;
von hier aus setzen sich die Wirkungen nach oben und nach unten fort.
Betrachten' wir nun zuerst die Wirkungen des Stoßes nach oben
hin, so müßte sich nach den Gesetzen der Physik der Stoß durch die
Knochenreihe der Glieder wieder auf den Rumpf übertragen, also auf
diesen zurückwirken und eine mehr oder weniger beträchtliche Erschütterung
der einzelnen Theile desselben veranlassen. Nun wissen wir aber,- daß
die Gelenke durch die ihre Flächen bekleidenden Knorpel, durch die eigen
thümliche Einpflanzung der Bänder, durch ihre Winkelstellung re. stoß
brechende Eigenschaften haben. Es wird mithin die Kraft des von unten
nach oben fortgesetzten Stoßes in jedem Gelenk um etwas gebrochen,
und das Resultat dieser allmäligen Verminderung des Stoßes ist, daß
der Rumpf nur unbedeutende, seine Organe nicht beeinträchtigende Er
schütterungen erleidet. Von diesen Wirkungen der Gelenke können wir
uns am besten eine Idee machen, wenn wir unsern eigenen Körper be
obachten. Gehen wir nämlich in unserer gewöhnlichen Weise und be
wegen die Gelenke frei und ungenirt, so fühlen wir bei einem solchen
Gange weder eine Erschütterung unser Beine noch unseres Körpers.
Gehen wir aber mit steifgehaltenen Gelenken, besonders mit steifen Knieen,
so fühlen wir, daß nicht allein die Beine, sondern auch der ganze Körper
erschüttert wird. Beim Herabspringen von einer gewissen Höhe setzen
wir uns unter solchen Verhältnissen der Gefahr, die Knochen zu zer
brechen, viel mehr aus, als wenn wir die Gelenke bei diesem Sprunge
mitwirken lassen. Kurz, wir sehen, daß es die Beweglichkeit und die
Elasticität der Gelenke ist, welche Gliedmaßen und Körper vor solchen
Gefahren schützt, die die starken Stöße bei der Bewegung nach sich
ziehen könnten.
Von den Gelenken, die wir am Fuße kennen gelernt haben, ist es
außer dem Huf- und Kronengelenk und dem Hufmechanismus überhaupt,
besonders das Fesselgelenk, dem man stark stoßbrechende Eigenschaften
beilegen muß. Aus Fig. 6 S. 15 ist ersichtlich, daß seine Gelenkver
tiefung zur Aufnahme des Schienbeins aus drei Knochen zusammengesetzt
wird, welche beweglich mit einander verbunden find. Die hinteren
beiden Knochen (die Gleichbeine) sind mittelst eines starken Bandes, des

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