Titel:
Theoretisch-practische Anleitung zur Ausübung des rationellen Hufbeschlags
Personen:
Dominik, Fr. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN632093080/11/
Einleitung.

Die Natur hat dafür gesorgt, dass bei den in Freiheit leben
den Pferden das Wachsthum des Hufes von obenher, mit der Ab
nutzung desselben von unten aus in gleichem Yerhältniss steht,
so dass Form und Länge sich im Ganzen unverändert erhalten.
Bei den Pferden jedoch, welche der Mensch sich dienstbar gemacht,
hat sich dieses Yerhältniss zum Nachtheil des Nachwuchses geän
dert, die Last, welche dem Rücken aufgebürdet wird, fällt natür
lich auf den Huf und vermehrt nicht blos die Abnutzung beim
Stützen, sondern bringt auch durch das Erforderniss einer grösseren
Kraftentwickelung beim Abschieben und Abschwingen vom Boden
eine verstärkte Reibung hervor. Analog ist die Wirkung beim
horizontalen Fortbewegen von Lasten beim Zuge. Hierzu kommt
noch, dass unsere vielen künstlichen Wege, wie Chausseen, Stein
pflaster u. dgl. m., auf den Huf ungleich schärfer einwirken, als
die elastische Grasnarbe jener Gegenden, wo die Pferde sich noch
heutigen Tages ihres Naturzustandes erfreuen.
Mit der fortschreitenden Cultur bemühte sich deshalb der Mensch
auch mehr und mehr die allzustarke Abnutzung der natürlichen
Hufe durch künstliche Mittel zu vermindern, und es entstand so
aus den, zur Verstärkung der in ältester Zeit üblichen Bandagen
und Sandalen dienenden unförmlichen eisernen Platten, nach und
nach ein, der Hufform angepasstes und mit eisernen Nägeln in der
Hufwand befestigtes (zuerst etwa zu Karl d. G. Zeit im 9. Jahr
hundert) sogenanntes Hufeisen.
Da nun jeder Hufbeschlag im Grunde nachtheilig auf die Ge
sundheit und die Verrichtungen des Hufes wirken muss, und des
halb nur ein nothwendiges Uebel ist, so ist es natürlich, dass von
jeher die Ansichten über die Art und Weise, wie man diesen Nach
theilen möglichst begegnen solle, sehr verschiedene waren.
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