Titel:
Theoretisch-practische Anleitung zur Ausübung des rationellen Hufbeschlags
Personen:
Dominik, Fr. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN632093080/146/
nachgesehen werden, die Pferde überhaupt mehr den natürlichen
Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind, zeigt sich der Mangel der
Hufpflege weniger nachtheilig, als während des Winters, wo die
Pferde trotz geringerer Bewegung in frischer Luft und auf feuch
tem Boden selten oder garnicht in Bezug auf Putz und Beschlag
besichtigt werden.
Wir sehen denn auch zur Winterzeit den faulen Strahl so stark
und oft so allgemein auftreten, dass es im Stalle danach riecht.
Die Hufe verlieren durch denselben in Folge der zerstörten
Verbindung zwischen Sohle und den Eckstreben, welche der Strahl
im gesunden Zustande mit diesen Theilen eingeht, die für ihre
Gesundheit höchst nöthige Beweglichkeit und das Vermögen, bei
heftigen Paraden den starken Erschütterungen Widerstand zu
leisten und die Pferde gehen klamm und stolpernd.
Die so nahe liegende Ursache des faulen Strahls und seine
Folgen, klammer, struppirter Gang, welcher die Pferde frühzeitig
unbrauchbar zum Dienst macht, (Pferde mit faulem und verküm
mertem Strahl werden factisch um einige Jahre früher kriegs
untüchtig als solche mit gesundem Strahl) wird dann in weiter
Ferne gesucht. In erster Linie steht der nachtheilige Einfluss der
Wärme der Matratzenstreu, in zweiter die vorwiegende Disposition
mancher Hufe zum faulen Strahl.
Die Wärme der Matratzenstreu begünstigt den Fäulnissprozess
des Strahls allerdings in sofern, als sie den in den Hufen fest
sitzenden Schmutz und Koth schneller in Verjauchung überführt
und die Bildung des Ammoniaks befördert, und was die Dispo
sition mancher Hufe zum faulen Strahl anlangt, so halten enge
Hufe (diese werden als besonders dazu disponirt bezeichnet) ver
möge der schärferen Sohlenwölbung und grösseren Tiefe und Eng
heit der Strahlgruben und Strahlfurchen den Schmutz und Koth
fester, als weite Hufe mit flacher Sohle und weit geöffneten Strahl
furchen.
Die Matratzenstreu, welche zur Gesunderhaltung der Pferde
ganz besonders geeignet ist, weil sie im Winter die Bauchdecken
des Pferdes, welche bekanntlich innen nicht wie die des Rindes
durch ein Fettpolster (Netz) gegen Kälte geschützt sind, genügend
erwärmt und somit zur Verhütung der so häufig vorkommenden
und oft tödtlich endenden Koliken beiträgt, ist die Ursache des
faulen Strahls nicht, und ebenso wenig ist der enge Huf mehr zum

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