Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/318/
13. Die Impfung der Lungenseuche darf nur in von der Lungenseuche
bereits verseuchten Ställen (Nothimpfung) über Verlangen des Vieheigenthümers
und auf seine Gefahr und nur von dem Amtsthierarzte vorgenommen werden.
Die Sperrmassregeln dürfen hiedurch keinen Abbruch erleiden.
Während der Dauer der Lungenseuche ist je nach dem Grade ihrer Aus
breitung der Thierarzt in Zwischenräumen von 8 bis 14 Tagen zur Vornahme
der Revision in den Seuchenort zu entsenden.
15. Die Sperrmassregeln bezüglich jener Seuchengehöfte, in welchen Rind
vieh übrig geblieben ist, sind erst 3 Monate nach dem Erlöschen der Krankheit
und nach bewirkter Reinigung und Desinfection der Stallungen, Standorte und
Geräthe ausser Wirksamkeit zu setzen.
Rindviehstücke, welche mit den kranken in Berührung gewesen, aber ge
sund geblieben sind, dürfen, den Fall der Schlachtung ausgenommen, erst nach
Ablauf von weiteren 2 Monaten in Verkehr gebracht werden.
Von Rindvieh vollkommen entleerte Ställe dagegen dürfen 14 Tage nach
vollendeter Desinfection wieder mit Rindern besetzt werden.
7. Die Rinderpest,
Diese Krankheit ist unter allen Thierseuchen diejenige, welche
in der Regel den intensivsten Ansteckungsstoff erzeugt, der indess
nur auf das Rind und einige andere (vielleicht auf alle) Wiederkäuer
wirksam übergehen kann. Sie ist eine schon sehr lange bekannte
Krankheit und wurde bereits im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung
weit von ihrer Brutstätte im Westen Europas beobachtet, wohin sie
aus dem Osten, wahrscheinlich durch die Viehherden der in der Völker
wanderung den Westen Europa's überfluthenden Volksstämme, einge
schleppt worden war. Seitdem hat sie häufig, vorzugsweise als ein
Begleiter der aus dem Osten kommenden Armeen, die verschiedenen
Länder unseres Continents durchzogen, während sie gegenwärtig in
Folge des lebhaften Eisenbahnverkehrs sich überall einzunisten droht,
wenn dieselbe nicht durch geeignete Vorbeugungs- und Tilgungs
massregeln in jedem einzelnen Falle bekämpft und dadurch in Schran
ken gehalten würde. Wie sehr dieselbe den National Wohlstand zu
schädigen im Stande ist, das haben wir noch vor Kurzem in Holland
und England sehen können, wohin die Rinderpest im Jahre 1865 von
einem russischen Seehafen aus eingeschleppt, in einigen Jahren die
herrlichen Viehstände dieser Staaten in furchtbarer Weise decimirte
und Millionen des Nationalvermögens dieser viehreichen Länder ver
nichtete. Die damalige Fahrlässigkeit der betreffenden Staatsregierungen
hat neben den grossen finanziellen Verlusten des eigenen Landes einen
Vortheil für die Allgemeinheit, nämlich eine Bereicherung der Wissen
schaft zur Folge gehabt, indem den Thierärzten des westlichen Eu

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66