Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/589/
eine Behandlung nothwendig wird, obgleich auch hier einzelne Stellen
von selbst heilen können; während dies aber geschieht, tritt das Uebel
an anderen Stellen in der Regel wieder hervor.
Die Behandlung der Glatzflechte ist im Ganzen einfach und
sicher; sie verlangt zunächst ein sorgfältiges Aufweichen der vorhan
denen Borken und nachheriges sorgfältiges Abkratzen derselben. Als
Heilmittel stehen verschiedene Quecksilberpräparate, so wie die
Carbolsäure in besonderem Rufe. Seit neuerer Zeit bediene ich mich
gewöhnlich einer Verbindung der Carbolsäure mit Glycerin (1 : 10)
täglich 2mal aufzustreichen. Mit ebenso gutem Erfolge habe ich
früher eine Lösung von Sublimat (1 : 300 bis 500 Theile Wasser)
verwendet. Aber auch der rothe und weisse Präcipitat wirken in
Salbenform ganz vortrefflich. Man bereitet die Salben, indem man
1 Theil weissen Präcipitat mit 4 Theilen Fett, oder 1 Theil rothen
Präcipitat mit 8 Theilen Fett sorgfältig zusammenreibt.
Wegen der Ansteckungsfähigkeit ist eine Trennung der kranken
von den gesunden Thieren nothwendig.
Da Trichophyton tonsurans sich lange Zeit (über ^ bis 1 Jahr)
keimfähig zu erhalten vermag, so verlangt die Vorsicht eine gründ
liche Reinigung der Lagerstätten und Stallwände, wenn Recidive sicher
vermieden werden sollen. Da die Krankheit auf den Menschen über
gehen kann, so ist eine Belehrung des Dienstpersonals zu dessen
Schutz erforderlich.

25 a. Der Erbgrind und der Wabengrind unserer Hausthiere und des
Menschen.
Unter Erbgrind oder Wabengrind (Favus, Tinea vera s. favosa etc.)
versteht man (nach Kaposi) eine ansteckende Hautkrankheit, welche
durch einen mikroskopischen Pilz, das sogenannte „Achorion Schoen-
leinii Ä bedingt wird und durch die Bildung von schwefelgelben, linsen-
bis pfenniggrossen, scheibenförmigen oder schüsselförmigen (d. h. in
der Mitte vertieften) von einem Haare durchbohrten Borken, gekenn
zeichnet ist. Zwischen die Epidermisschichten lagern sich Pilzele
mente ein und bilden zusammengesetzte Krusten, die sogenannten
Favuskörper, welche in ihrem Bereiche Schwund der Haare und der
Haut bedingen.
Beim Menschen kennt man den Erbgrind bereits seit langer
Zeit. Schon bei Celsus (etwa 30 v. Chr. bis 50 n. Chr.) und dessen

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