Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/59/
Regungen sich aufstützt, resp. anheftet. Ein solches Bandwurmglied
kann in einer Minute mehrere (Zentimeter zurücklegen und nach
der einen oder anderen Seite hin von der graden Richtung ablenken,
oder nicht.
Werden Kälber sehr reichlich mit Brut der Taenia mediocanel- .
lata gefüttert, so entsteht bei ihnen eine tödtliche Krankheit, welche
man wenig passend „acute Cestoden-Tuberculose“ genannt hat. Die
Erscheinungen dieses Leidens sind im Wesentlichen folgende : Einige
Tage nach der Fütterung stellt sich Fieber ein, das mit Reizung des
Darmcanales verbunden und auf diese zurückzuführen ist. Die Fieber-
orscheinungen lassen in den nächsten Tagen wieder etwas nach, um
nach etwa 8 Tagen wieder anzuwachsen. Mit Zunahme des Fiebers
nehmen die Kräfte des Patienten ab, der Appetit verschwindet, es
stellt sich Durchfall ein und etwa 8 Wochen nach stattgehabter In-
fection endet der Tod die Leiden des Thieres.
Bei der Section findet sich ausser verschiedengradigen Reiz
zuständen im Bereiche der Baucheingeweide eine höhere Röthe der
Muskeln und in diesen zahlreiche Knötchen, welche mit eigentlichen
Tuberkeln nur eine entfernte Aehnlichkeit haben. Es bestehen diese
Knötchen nämlich aus Cysten, in welchen die jungen Finnen geborgen
sind. Auch das Herz ist in der Regel von diesen Parasiten reichlich
durchsetzt.
Um sich gegen Taenia mediocanellata zu schützen, muss man
4en Genuss des rohen Fleisches vom Kalbe resp. Rinde, so wie auch
vom Schweine vermeiden. Sanitätspolizeiliche Gesetze sind zu diesem
Zwecke kaum nöthig, noch auch besonders nützlich, da ja die Rinds
finne bei der Fleischcontrole kaum jemals gefunden wird.
Nachstehende allgemeine Charakteristik der beiden bis jetzt in
Betracht gekommenen Tänien entnehme ich dem vorzüglichen Werke
Leuckarts „die Parasiten des Menschen etc. 2. Auflage, Leipzig 1881“,
aus dem ich überhaupt einen grossen Theil der in vorliegendem Werke
verwertheten zoologischen Details entnommen habe.
Die Taenia saginata s. mediocanellata ist die ansehn
lichste der menschlichen Tänien, die gedehnt bis 7 u. 8 Meter misst,
im zusammengezogenen Zustande aber nur etwa 4 Mtr. lang ist und
sich aus 12 bis 1300 Gliedern zusammensetzt, von denen mehr als
Z Viertheile auf die vordere Körperhälfte entfallen. Doch nicht blos
die Länge ist es, die unsern Wurm auszeichnet; er besitzt auch eine un
gewöhnliche Breite und Dicke, und ist mit Gliedern versehen, die eben
sowohl durch Grösse, wie durch feistes Aussehen auffallen. Besonders
Pütz, Lehrbuch der ansteckenden Thierkrankheiten. 4

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