Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/595/
das Haar unmittelbar umgebenden centralen Theil etwas erhebt, be
kommt das Scutulum das Ansehen eines Schüsselchens.
Mittelst eines stumfen Instrumentes, z. B. einer Hohlsonde, kann
man am Rande des Scutulums ziemlich leicht eindringen und letzteres
umkippen, wodurch die untere convexe, glatte und feuchte Fläche nach
oben gekehrt wird. Die ganze Masse des Scutulums besteht aus Pilz
elementen, welche an seiner oberen Fläche von Epidermisschuppen
bedeckt sind. (Fig. 72.)
Die Differentialdiagnose zwischen Herpes tonsurans und Favus
stützt sich gegenwärtig mehr auf die makroskopischen klinischen Befunde,
als auf die mikroskopische Untersuchung. Zur Zeit kann nämlich kaum
entschieden werden, ob der Fund von Pilzelementen auf diese oder
jene der beiden Mycosen zu beziehen ist, da die Elemente von Achorion
Schoenleinii und von Trichophyton tonsurans einander sehr ähnlich
sind. Es verdient deshalb in der Praxis zum Zwecke der Unter
scheidung beider Mycosen der Umstand besondere Beachtung, dass
bei Herpes tonsurans die Abschuppung fortdauert, während neue Kreise
und Scheiben entstehen; dass es aber zur Bildung der Favus-Schild
chen oder -Schüsselchen nicht kommt.
Die Prognose und Behandlung ist bei Favus im Wesentlichen
wie bei Herpes tonsurans. Bei nicht allzu grosser Ausbreitung des
Uebels über die behaarte Haut ist hier wie, dort durch Aufweichen
und Entfernen des Exanthems und der kranken Haarwurzeln, so wie
durch den nachfolgenden Gebrauch antiparasitärer Mittel eine Heilung
in der Regel nach kürzerer oder längerer Behandlung ziemlich sicher
zu erzielen. Jedoch sind Recidive nicht selten, weil die Pilze aus
allen Haarbälgen nur bei grosser Sorgfalt entfernt werden. Geschieht
dies nicht, so geben dieselben zu neuen Eruptionen häufig Veran
lassung. Ein öfteres und nachdrückliches Bürsten der kranken Stellen
dürfte die gründliche Entfernung der kranken Haarwurzeln wesentlich
fördern.

25b. Russ der Ferkel.
Bei Ferkeln bilden sich zuweilen an verschiedenen Stellen der
äusseren Haut Pusteln, welche schnell zu schwarzen, dicken Borken
eintrocknen, unter denen die Eiterung fortdauert; die benachbarten
Hautstellen fühlen sich fettig an und verdicken. Dieser Zustand wird
„Russ der Ferkel“ genannt.

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