Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
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und abwechselnd bewegt; das erste und letzte Paar derselben verhält
sich sehr häufig ganz ruhig; alle stehen vom Leibe in einem Winkel
von 50 bis 60 Grad ab. Eine halbe bis ganze Stunde vor dem Tode
öffnet sich die Afterspalte weit, um sich alsbald wieder rasch zu Schlies
sen, was sich alle 25 bis 30 Secunden wiederholt. Hierbei werden
Laichmassen (Septbr. bis Novbr.) reichlich entleert. Die Bewegungen
des Afters und der Afterfüsse lassen endlich ziemlich plötzlich nach
und es tritt der Tod ein. Genesung wurde nach offenbarer Erkrankung
unter den angegebenen Erscheinungen nie beobachtet.
Bei der Section einer grösseren Anzahl an fraglicher Krankheit
leidender Krebse fand Harz ausnahmslos in deren Muskeln einge
kapselt eine grössere oder geringere Menge Distoma cirrigerum, nur
sehr selten waren diese Parasiten frei, auf der Wanderung begriffen.
Die eingekapselten Egel finden sich vorzugsweise in den Muskeln des
Hinterleibes, aber auch aller übrigen Körpertheile, selbst in den
Magen-, Darm- und Herzwandungen, auch in den Eierstöcken und
Hoden. Nur in den Kiemen und in der Leber scheinen sie immer
zu fehlen. Die Cysten sind selten genau kugelförmig, meist schwach
verlängert (kurzoval), 0,498 bis 0,510 Mm. breit und 0,500 bis 0,747 Mm.
lang. Bei anderen aus pestfreien Gegenden stammenden Krebsen fand
Harz diese Parasiten nie. Er schliesst hieraus, dass fragliche Egel
die Ursache der Krankheit seien.
Das Entwicklungsstadium des Distoma cirrigerum im Krebse
zeigt den Larvenzustand an; die Geschlechtsorgane sind noch unent
wickelt. Dieser Plattwurm ist im freien, nicht eingekapselten Zustande
1,41 bis' 1,826 Mm. lang, bis 0,705 und 896 Mm. breit, farblos, meist
platt, doch zuweilen fast rundlich. Seine ganze Körperform ist sehr
veränderlich und in den Breiteverhältnissen wechselnd. Harz glaubt,
dass das vollständig entwickelte Distoma cirrigerum im Karpfen, oder
in der Schleihe vorkomme, während Zündel der Meinung ist, dasselbe
sei eher im Aal zu finden.
Halber untersuchte Krebse aus Erfurt, welche der „Seuche“
erlegen waren; er fand zahllose Glockenthierchen oder Vorticellen,
welche fast den ganzen Körper, namentlich an seiner Unterseite ein
nahmen und besonders die Extremitäten bedeckten. Dieselben waren
so gross, dass Stiel und Körper mittelst der Lupe erkannt werden
konnten; sie waren sämmtlich todt. Halber hält nicht diese Thier-
ehen für die Ursache der Krebskrankheit, sondern die in der Mus
kulatur sich vorfindenden äusserst zahlreichen kleinen, bacterienähn-
lichen Organismen von verschiedener Gestalt.

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