Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/688/
678 Nachtrag; Distoma echinatum beim Hunde. Verwerthung trichinöser Schweine.
Etwaige Vorschriften zur Verhütung dieser Krebsseuche können
erst dann mit einiger Zuverlässigkeit gegeben werden, wenn die Ur
sache der Krankheit genauer erforscht sein wird.
Generali fand im Jahre 1880 an der Veterinärschule zu Modena
bei der Section eines Hundes dessen Zwölffingerdarm stark entzündet
und mit zahlreichen graugelblichen Knötchen übersäet. Bei genauerer
Untersuchung ergab sich, dass diese Knötchen durch Distoma echi
natum bedingt waren. Generali theilte dies Ercolani mit, worauf beide
Forscher gemeinschaftlich Fütterungsversuche mit Cercaria echinata
beim Hunde anstellten. Fragliche Cercarie findet sich bei Sumpf
vögeln im Ueberflusse. Das Experiment führte zur Entwicklung von
Distoma echinatum im Darme des Hundes, welches den von Generali
zufällig im Hundedarme gefundenen Egeln gleich war.
Zu Seite 99. Durch Circular-Verfügung des Ministeriums für
Medicinal-Angelegenheiten vom 18. Januar 1876 sind sämmtliche
preussische Regierungen und Landdrosteien, so wie das Polizei-Prä
sidium in Berlin, angewiesen worden, auf Grund eines von der wissen
schaftlichen Deputation für das Medicinalwesen am 22. Decbr. 1875
erstatteten Gutachtens, folgende Verwendung trichinöser Schweine zu
gestatten:
1. Das Abhäuten und Entfernen der Borsten, so wie die freie
Verwerthung der Haut und Borsten;
2. Das einfache Ausschmelzen des Fettes und die beliebige Ver
wendung dieses;
3. Die Verwendung geeigneter Theile zur Bereitung von Seife
und Leim;
4. Die chemische Verarbeitung des ganzen Körpers.
Ferner sind die betreffenden Behörden durch Circular-Verfügung
der Ministerien der Medicinal-Angelegenheiten und des Inneren vom
21. Juni 1878, auf Grund eines von der nämlichen wissenschaftlichen
Deputation am 24. April 1878 erstatteten Gutachtens, angewiesen
worden:
1. Amerikanische Speckseiten, welche bei der Besichtigung sich
als ganz muskelfrei ergeben, einer mikroskopischen Untersuchung
nicht ferner unterwerfen zu lassen;
2. Auf die Einführung der mikroskopischen Fleischbeschau, wo
solche noch nicht, oder in ungenügender Weise besteht, thunlichst
Bedacht zu nehmen;

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