Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/695/
Milzbrandbaeillen entwickeln und vermehren sich am besten in
Fleischbrühe bei einer Temperatur von 25 bis 40 0 C ; bei höheren
oder geringeren Wärmegraden nimmt die Zunahme dieser Organismen
ab und hört bei 15° C., so wie auch bei 45° C. gänzlich auf. Ge
stützt auf die Wahrnehmung, dass Vögel (besonders .Raubvögel) gegen
Milzbrandgift wenig empfindlich oder ganz immun sind, versuchte
Pasteur Milzbrandbacillen enthaltendes Blut bei 42—43° C. in Fleisch
brühe zu züchten. Er fand, dass bei dieser Temperatur die Bacillen
zu langen Fäden auswachsen, aber keine Dauersporen bilden*). Je
länger er die Pilze unter diesen Verhältnissen bei Zutritt filtrirter
Luft fort züchtete, um so mehr nahm ihre Virulenz ab, so dass nach
24 Tagen die Mitigirung so weit gediehen war, dass mit diesen Cul
turen nunmehr Schafe ohne Gefahr geimpft werden konnten. Bei
Impfversuchen, welche mit 12 Tage alten derartigen Culturflüssig
keiten vorgenommen wurden, starb die Hälfte der Versuchs-Schafe an
Impfmilzbrand. In den bei 42 b,is 43 0 C. gehaltenen Culturen blieben
die Bacillen 4 bis 6 Wochen lang am Leben und weiter verimpfbar;
nach Ablauf dieser Zeit waren sie abgestorben.
Schafe, welche mit 24 Tage alter, lebendige Milzbrandkeime
enthaltender Culturflüssigkeit geimpft worden waren, starben ebenfalls
an Impfmilzbrand, wenn sie demnach mit vollkommen virulentem Milz
brandgifte geimpft wurden, während sie Impfungen mit 12 Tage alter
Culturflüssigkeit ohne besonderen Nachtheil ertrugen; sie erkrankten
in Folge dessen nur leicht und erwiesen sich nach Ablauf der leicht
fieberhaften Impfkrankheit nunmehr gegen vollkommen virulentes Milz
brandgift immun.
Nachdem so die Möglichkeit sich ergeben hatte, Schafe durch
Impfung gegen Milzbrandgift immun machen zu können, handelte es
sich ferner darum, eine Impfflüssigkeit herzustellen, welche ihre Wirk
samkeit länger als 6 Wochen bewahrte. Nach Pasteur ist dies in
folgender Weise erzielbar :
Entnimmt man einer unter den vorhin angegebenen Verhältnissen
gezüchteten Culturflüssigkeit während der ersten 6 Wochen zu irgend
einer Zeit einen Tropfen und überträgt diesen in stefilisirte Fleisch
brühe, welche in einem geeigneten Culturapparate constant auf 35 0 C.
erhalten wird, so vermehren sich die Milzbrandbacillen lebhaft; die so
zunächst entstehenden neuen Generationen dieses Krankheitskeimes

*) Es wird diese Angabe von Koch bestritten.

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