Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/696/
besitzen sämmtlich denjenigen Grad von Virulenz, welchen die in dem
Tropfen Culturflüssigkeit enthaltenen Milzbrandorganismen in dem
Momente ihrer Uebertragung in die zweite Culturflüssigkeit besassen.
Derartige, bei 35° C. gezüchtete secundäre Culturen beginnen mit
48 Stunden Dauersporen zu bilden und gehen im Verlaufe von einigen
Tagen ganz in diesen Zustand über. Die so entstandenen Milzbrand-
Sporen besitzen nun ebenfalls denselben Grad von Virulenz, welchen
die Milzbrandkeime des zur zweiten Cultur verwendeten Tropfens der
ersten Culturflüssigkeit im Momente ihrer Uebertragung besassen.
Auf diese Weise lassen sich sporenhaltige Milzbrandculturen von be
liebiger Virulenz herstellen, welche in zugeschmolzenen Röhrchen auf
gehoben , Jahre lang ihre Wirksamkeit bewahren. Eine derartige
Culturflüssigkeit (resp. Milzbrandlymphe) kann bequem versandt und
überall als Impfmaterial, so wie auch als Mutterflüssigkeit zu neuen
Culturen in vorher sterilisirter Fleischbrühe verwendet werden.
Pasteur nennt die 24 Tage alte Culturflüssigkeit, so wie deren
secundäre Zuchten den ersten Impfstoff (premier vaccin), weil er sich
derselben für seine erste Schutzimpfung bedient; die 12 Tage alte
Culturflüssigkeit und deren secundäre Zuchten nennt er den zweiten
Impfstoff (second vaccin), weil er sich dieser nach Ablauf von 12 Ta
gen nach der ersten Schutzimpfung, zur zweiten Impfung bedient.
Zwölf Tage nach dieser letzteren soll dann in der Regel eine absolute
Immunität gegen Milzbrandgift bei den Impflingen vorhanden sein.
Dieser Angelegenheit hat man in neuerer Zeit in den verschiedensten,
namentlich in medicinischen und landwirtschaftlichen Kreisen viel
Aufmerksamkeit zugewendet. In Ungarn sind vor Kurzem interes
sante Controlversuche angestellt worden, welche im Wesentlichen Fol
gendes ergeben haben :
1. An der Thierarzneischule in Budapest wurden von Thuillier
10 Stück Rindvieh (6 erwachsene und 4 Kälber), so wie 60 Schafe
(30 Merinos und 30 malachischer Race) zu fragl. Versuchen verwendet.
Die aus dem Laboratorium Pasteur's aus Paris in Röhrchen mitge
brachte Lymphe bestand aus sporenhaltiger Culturflüssigkeit. Vier
Schafe wurden mit dieser direct geimpft, während 26 Schafe und
5 Stück Rindvieh mit frisch bereiteter Culturflüssigkeit geimpft wurden,
welche Thuillier in sterilisirter, ebenfalls aus Paris (in einem fest ver
schlossenen Ballon) mitgebrachter Fleischbrühe in Budapest selbst ge
züchtet hatte. Die Hälfte der Versuchsthiere blieb ungeimpft.
Die erste Schutzimpfung mit premier vaccin wurde am 23. Sep
tember 1881 vorgenommen; 15 Merinos und 15 walachischenSchafen

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