Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/699/
Ferner wurden in Kapuvär von 489 Schafen am 28. September
267 Stück (mit premier vaccin) geimpft; von diesen starb eins kurz
nach der Injection an Milzbrand. Es wurde (wohl mit Recht) ange
nommen, dass fragliches Thier bereits vor der Impfung auf natür
lichem Wege inficirt, d. h. an Milzbrand latent krank gewesen sei.
Am 4. und 5. Tage starben noch je ein Impfling an Milzbrand. Es
blieb unentschieden, ob bei diesen beiden Thieren bereits vor der
Impfung eine Infection auf natürlichem Wege stattgefunden hatte.
Man musste hieran um so eher denken, als auch von den 222 nicht
geimpften Versuchsschafen in derselben Zeit 1 an Milzbrand ver
endet war.
Am 10. October wurde die 2. Impfung (mit second vaccin) bei
den noch übrigen 264 Impflingen vorgenommen. Hierauf fielen bis
zum 16. Oct. 10 Stück dieser Versuchsschafe an Milzbrand. Bei 12
der überlebenden 254 Stück traten an der Injectionsstelle entzünd
liche Infiltrationen auf, welche sich über den ganzen Schenkel ver
breiteten und zur Bildung von faustgrossen Abscessen und Fisteln
führten, in Folgö deren die betreffenden Thiere auf den afficirten
Gliedmassen anhaltend lahmten.
Die so vorgeimpften 254 und die nicht vorgeimpften 221 Stück
der früher 489, damals noch 475 Schafe zählenden Herde werden seit
dem auf ihrer gewohnten Weide gehalten, um so im Laufe der Zeit
festzustellen, ob und in welchem Maasse die geimpften Thiere der
natürlichen Milzbrandinfection widerstehen.
Endlich wurden in Kapuvär auch mit Rindvieh Milzbratid-
Impfversuche angestellt. Von 10 Stück ungarischer Race und von
10 Stück gemischter Abkunft wurden je 7 vorgeimpft, je 3 nicht.
Sämmtliche Thiere sollen gesund gewesen sein. Die Versuchsanord
nung entsprach der in Budapest befolgten; Impftage und Impfstoff
stimmen mit den beiden anderen Versuchen in Kapuvär überein.
Nach der ersten Schutzimpfung konnte an den 14 Thieren
nichts Abnormes wahrgenommen werden; nach der zweiten war 1 Stück
von gemischter Abkunft am ersten Tage traurig und ohne Appetit.
Auch die Controlimpfung hatte bei diesen Thieren keine weiteren
Folgen, als dass 1 Stück von gemischter Abkunft traurig war und
keine Nahrung aufnahm.
Von den 6 nicht vorgeimpften Versuchsrindern, welche sich bis
zur Controlimpfung ganz wohl befunden hatten, sind nach dieser
4 Stück schwer erkrankt und zwar unter folgenden Symptomen : hohes
Fieber, ausgebreitete entzündliche Infiltration der Impfstelle, profuse
Pütz, Lehrbuch der ansteckenden Thierkrankheiten. 44

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