Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/701/
Nachtrag; Dauer der Milzbrand-Impfimmunität. Schlussfolgerungen. (391
krankten Schafe beide todt und gegen 9 Uhr desselben Vormittags
starb das nicht vorgeimpfte 6 Monate alte Lamm. Die Section dieser
Thiere wurde am selbigen Tage um 3 Uhr Nachmittags vom Thier
arzte Rossignol und in Gegenwart von 4 anderen Thierärzten vor
genommen.
Am 30. Januar wurde das 3. nicht vorgeimpfte Schaf aus der
mit schwarzen Halsbändern gezeichneten Abtheilung todt gefunden
und am frühen Morgen des 31. Januar starb auch das 4. nicht vor
geimpfte Schaf dieser Abtheilung. — Alle (18) früher vorgeimpften
Schafe befanden sich auch damals noch vollkommen gesund und sind,
so viel bekannt, auch fernerhin gesund geblieben.
Die 5 Opfer dieser neuen Controlversuche sind neben den früher
zu Pouilly-le-Fort gefallenen Versuchsschafen an geeigneter Stelle in
der Pasteur’schen Villa begraben worden. Im Laufe des Monats
Juni 1882 soll nun an diesem Orte nachgewiesen werden, dass das
Milzbrandgift im Boden sich erhält und vermehrt. Ueber die Art
und Weise dieser Vermehrung sind die Ansichten der Fachgelehrten
noch verschieden. Darüber jedoch besteht kein Zweifel, dass die
Milzbrandorganismen auch ausserhalb des Thierkörpers sich erhalten
und vermehren können.
Das Gesammtergebniss der seitherigen Pasteur'schen Milzbrand-
Impfungen, so weit dieselben unter öffentlicher Controle ausgeführt
und bekannt geworden sind, lässt sich in folgende Sätze zusammen
fassen :
1) Die unter Pasteur's eigener Leitung vorgenommenen Milz
brand-Schutzimpfungen an verschiedenen Orten Frankreichs sind bei
Schafen und Rindvieh ohne Verlust abgelaufen.
2) Diese Schutzimpfungen haben sich in Frankreich bei Schafen
ausnahmslos als zuverlässig erwiesen, insofern sie bei den Impfungen
eine Immunität gegen Milzbrand begründet haben. Beim Rindvieh
sind die Erfahrungen noch zu wenig zahlreich, um bestimmte Schlüsse
auf dieselben gründen zu können. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass
auch Rindvieh und andere Hausthiere durch die Pasteur’schen Schutz
impfungen gegen Milzbrand immun gemacht werden können.
3) Die Dauer dieser Impf-Immunität scheint sich über eine
längere Zeit als 7 Monate, vielleicht auf Jahr und Tag zu erstrecken.
4) Die durch Pasteur’s Assistenten Thuillier in Ungarn ausge
führten Milzbrand-Impfungen haben weniger günstige Resultate er
geben, als die in Frankreich ausgeführten Pasteur’schen Milzbrand-
Impfungen. Die Schutzkraft dieser hat sich gleichwohl auch in Un-

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