Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/704/
der vorhin erwähnten beiden schwer erkrankten, nicht vorgeimpften
Rinder bereits bald nach meiner Abreise von Packisch gestorben.
Das Ergebniss dieses Versuches ist somit ein relativ sehr günstiges
und das Pasteur’sche Milzbrand-Impf verfahren, trotz seiner Neuheit
ein verhältnissmässig sehr vollkommenes. Es steht zu erwarten, dass
die Gefahren der zweiten Vorimpfung ganz beseitigt, oder doch auf
ein Minimum reducirt werden können, indem man die zur ersten Vor
impfung verwendete Culturlymphe (premier vaccin) etwas verstärkt,
oder aber die zur zweiten Vorimpfung verwendete Culturlymphe
(second vaccin) etwas mehr abschwächt, als hier der Fall gewesen
ist. Beides ist sehr leicht ausführbar.
Es unterliegt kaum einem Zweifel, dass diese junge, aber viel
versprechende Errungenschaft exacter Forschung einer weiteren Ver
vollkommnung fähig sein wird.
Die von Löffler (unter Koch’s Leitung) im deutschen Reichs
gesundheitsamte unternommenen Studien über die Immunitätsfrage
haben zu dem (höchst wahrscheinlich irrigen) Schlüsse geführt, dass
der Milzbrand nicht zu denjenigen Krankheiten gehöre, welche den
Impfling nach überstandener Impfkrankheit, oder ein natürlich er
kranktes und durchgeseuchtes Thier, für die Folge zeitweilig oder
dauernd immun machen. Dieser Satz steht nicht nur mit den vor
hin mitgetheilten seither erzielten Versuchsresultaten, sondern auch
mit den Ergebnissen entsprechender Versuche Toussaint’s, Chauveau's
und Anderer in Widerspruch. — Die Schlüsse, welche auf die
Versuche Oemler’s sich stützen, lassen meist unberücksichtigt, dass
bei diesen die zum Ablauf der Impfkrankheit erforderliche Zeit nicht
beachtet worden ist. Oemler's Versuchsresultate scheinen aber zu
bestätigen, dass zu kurz auf einander folgende Milzbrand-Impfungen
eine cumulative Wirkung haben.
Zu 8. 213. Die meisten deutschen Autoren identificiren „le
charbon symptomatique“ und „den Rauschbrand“, während Zundel,
Dictionnaire etc. 8. 342 sagt, dass man „Pemphysöme charbonneux“
in Bayern „Geräusch“ nenne, während er 1. c. S. 338 „le charbon
symptomatique“ als Karbunkelkrankheit schildert. Wenn Rausch
brand und le charbon symptomatique dennoch identisch sein sollten,
so würde S. 213 u. folg, unseres Textes statt „Karbunkelkrankheit“
stets „Rauschbrand“ stehen müssen, in so fern jenes Wort sich auf
die Forschungsresultate Arloing's und Gornevin's bezieht.

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