Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/706/
Lungenseuche unter dem Rindvieh; eine Uebertragung des Giftes
durch den Genuss von Milch, oder auf irgend eine andere Art konnte
indess nicht nachgewiesen werden. (Revue Bd. IV, Wien 1881, S. 29.)
Unter Anderen hat Verier die Frage aufgeworfen, ob mit
Lungenseuchegift geimpfte Rinder im Stande sind, auf nicht geimpfte
Rinder, welche mit jenen zusammen in einem Stalle stehen, die Lungen
seuche zu übertragen? (Bulletin de la Sociötö etc. möd. vöt. pratique.)
Während der Fragesteller sich im bejahenden Sinne ausspricht, glaubt
Mallereau, auf seine Erfahrungen gestützt, sich verneinend aussprechen
zu müssen. (Revue Bd. III, Wien 1880, S. 41.)
Im Allgemeinen dürfte es nicht häufig vorkommen, dass durch
Lungenseuche-Impflinge nicht geimpfte Rinder inficirt werden. Un
möglich scheint aber eine derartige Infection nicht zu sein. Ich habe
in neuerer Zeit eine in mehrfacher Beziehung interessante Lungen
seuche-Impfung ausgeführt, deren Ergebnisse einerseits die Möglich
keit der Infectiosität der Lungenseuche-Impfkrankheiten wahrschein
lich macht, andererseits die Schutzkraft der Lungenseuche-Impfung
fast ausser Zweifel stellt. Die Sache verhält sich nämlich im Wesent
lichen folgendermassen:
Am 8. April 1881 fand ich bei der Section einer Kuh, welche
seit dem 30. Juli 1880 im Versuchsstalle der Veterinärklinik hiesiger
Universität gestanden hatte, Erscheinungen in den Lungen, wie sie
der sogen, „natürlichen Lungenseuche* zukommen. Trotz einer
GOtägigen polizeilichen Observation des Rindviehbestandes, aus welchem
fragl. Versuchskuh stammte, konnte unter jenem keine Lungenseuche
festgestellt werden, und soll diese Krankheit seit vielen Jahren in
dem betr. Stalle nicht wahrgenommen worden sein. In Rede stehende
Kuh hatte in genanntem, unter meiner Leitung stehenden Versuchs
stalle längere Zeit mit einem Versuchskalbe zusammengestanden,
welchem Lungeseuchelymphe direct in die Lungen eingespritzt worden
war. Bei diesem Impflinge hatten sich indess weder bei Lebzeiten-
noch bei der nach mehreren Monaten vorgenommenen Schlachtung
und Section Erscheinungen von natürlicher Lungenseuche gezeigt.
Am 11. Mai und am 30. September 1881 impfte ich 38 Stall
thiere des landwirtschaftlichen Institutes der hiesigen Universität mit
frischer schöner Lungenseuchelymphe; 9 Stallthiere, einschliesslich
der am 10. October eingeführten Devon-Färsen und 7 Parkthiere
der Rindviehgattung, blieben ungeimpft.
Bei einer geimpften Frutigkuh war mehrere Wochen nach der
Mai-Impfung eine bedeutende Schwellung des Schwanzes und der

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