Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/711/
plattenähnliche Auflagerungen. Die Pleura costalis war beiderseits
mit grauröthlichen Filamenten reichlich und in grösserer Ausbreitung
besetzt, welche weniger breite, als im Verlaufe der Rippen lang ge
streckte Streifen bildeten. Weder in den Lymphdrüsen, noch in
irgend einem anderen Organ fanden sich Erscheinungen einer tuber-
culösen Infection.
Am 18. Juni 1880 injicirte ich einem Versuchspferde 4 Cctm.
und einem Landschweinchen 1 ^2 Cctm. frischen Eiters hinter der Schulter
ins subcutane Bindegewebe. Fragl. Eiter stammte aus einem tuber-
culösen Abscesse eines in der hiesigen chirurgischen Klinik operirten
Menschen. Die in der Wand dieses Abscesses zahlreich vorhandenen
miliaren Knötchen waren zum Theil abgekratzt und dem Eiter beige
mischt worden. Es traten demnach weder locale, noch allgemeine
Störungen in dem Zustande der Versuchsthiere ein.
Am 7. Juli injicirte ich dem nämlichen Versuchspferde c. je 2 Cctm.
frischen Eiters zu beiden Seiten der Brust unter die Haut. Dieser
Eiters stammte von einer tuberculösen Coxitis des Menschen. Auch
nach dieser Injection trat weder eine nennenswerthe örtliche noch all
gemeine Reaction ein.
Am 22. Juli, also 5 Wochen nach der ersten und etwa 15 Tage
nach der zweiten Impfung wurde das Pferd geschlachtet und secirt.
In der Nacht vom 13. zum 14. Juli starb in Rede stehendes
Versuchsschwein an den Folgen eines incarcerirten Nabelbruches.
Die Section beider Versuchsthiere lieferte Erscheinungen, welche
es wahrscheinlich machten, dass Pferde und Schweine durch Impfung
mit Tuberkelgift vom Menschen tuberculös werden können. Ausser
bindegewebigen Neubildungen im Bereiche verschiedener Abschnitte
der Pleura fanden sich unter dem serösen Ueberzuge und in ge
ringerer Anzahl auch tiefer im Lungengewebe, sowie im Parenchym
der Leber miliare Knötchen.
Am 6. Februar 1882 injicirte ich einem 10 Monate alten Rinde
12 Cctm. frisches Tuberkelgift in der linken Hungergrube unter die
Haut, resp. in die Bauchhöhle. Das Tuberkelgift war aus einer noch
warmen tuberculösen Menschenlunge durch Auspressen gewonnen, in
einem Mörser verrieben und dann durch reine Gaze filtrirt worden.
Das Versuchsthier zeigte bis zum 17. April 1882 weder örtliche noch
allgemeine Krankheitserscheinungen. An letztgenanntem Tage, also
10 Wochen nach der Impfung wurde das Thier geschlachtet.
Um die Einstichstelle hat eine Neubildung von Bindegewebe
stattgefunden. Am Beckenende des grossen schiefen Bauchmuskels

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