Titel:
Die Seuchen und Herdekrankheiten unserer Hausthiere
Personen:
Pütz, H. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN634229885/97/
C. Die Nematoden.
Unter den Nematoden gibt es verschiedene , welche Massen
erkrankungen von Menschen und Thieren verursachen können. Im
Allgemeinen sind dieselben gekennzeichnet durch einen (zylindrischen,
faden- oder schlauchförmigen Leib, der nicht segmentirt, indess meist
geringelt, zuweilen aber auch glatt ist. Die Geschlechter sind ge
trennt. Eine vorherrschend aus Chitinmasse bestehende Cuticular-
schicht und ein darunter liegender Muskelschlauch bilden die Grund
lage des Körpers; blutführende, so wie der Athmung dienende Or
gane fehlen. Ein Verdauungsapparat ist bei den Einen vorhanden,
bei den Anderen fehlt derselbe; manchmal sind Nervenapparate nach
weisbar. Die Fortpflanzung erfolgt bald mit, bald ohne eigentliche
Metamorphose. Oft aber müssen die unreifen Nematoden in einen
anderen Wirth überwandern, um zur vollen Reife gelangen zu können.
Für uns sind von besonderer Wichtigkeit: 1) die Trichinen und
2) verschiedene Pallisadenwürmer.
I. Trichina spiralis.
Die Trichine besitzt einen vollständigen Verdauungsapparat, wie
man denselben bei den wahren oder strongylusartigen Nematoden zu
finden pflegt; sie ist eine durchaus parasitisch lebende Art, während
einige andere Strongylusarten ganz frei leben. Jede Trichine durch
läuft 2 verschiedene Lebenszustände, deren einer im Darme, der an
dere in den Muskeln des betreffenden Wirthes abläuft. Demnach
unterscheidet man Darmtrichinen uncf Muskeltrichinen; erstere sind
die geschlechtsreifen Repräsentanten, letztere die Vorstufe der Darm
trichinen. Selten werden die weiblichen Darmtrichinen über 3, nie über
4, die männlichen selten über 1,6 Mm. lang. Die Geschlechtsorgane
sind bei Muskeltrichinen von 0,5 bis 0,75 Mm. Länge bereits diffe-
renzirt und zu erkennen; dieses Maass der Ausbildung ist für die
Fähigkeit der weiteren Entwicklung im Darme zur Darmtrichine er
forderlich; gelangen Muskeltrichinen vorher in den Darmcanal, so
gehen sie zu Grunde, weil ihnen der nöthige Grad der Reife fehlt,
um sich zur Darmtrichine weiter entwickeln zu können.
Die Zeit, innerhalb welcher reife Muskeltrichinen im Darme ihre
völlige Geschlechtsreife erlangen, ist eine sehr kurze. Die Weibchen
gebären lebendige Jungen (s. Fig. 41 A,) deren Geburt in der Regel am

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