Titel:
Racen, Züchtung und Haltung des Pferdes
Personen:
Schwarznecker, Gustav Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN638851270/12/
Durch Kreuzung vom Eselhengst und der Pferdestute entsteht das Maul
thier (squus mulus), umgekehrt vom Pferdehengst und der Eselstute der Maul
esel (equus hinnus); Letzterer ist dem Esel viel ähnlicher als das Maulthier;
dieses steht in der Schwanzbehaarung besonders dem Pferde sehr nahe. Beide
Kreuzungsproducte sind unter sich gar nicht fruchtbar, während sie durch An
paarung an die Stammeltern ausnahmsweise befruchtet werden können,
wenigstens Maulthierstuten mit Pferde- oder Eselhengsten, während die Fort-
pstanzungsfähigkeit eines männlichen Maulthieres bisher nicht mit Sicherheit
nachgewiesen ist.
Es sind auch die wilden afrikanischen Varietäten unter sich und mit Pferd
und Esel erfolgreich gepaart worden und haben diese Nachkommen gleichfalls
in einzelnen Fällen sich fruchtbar gezeigt entweder durch Anpaarung an die
Stammeltern oder durch Paarung mit einer dritten Form, wie z. B. ein
männlicher Bastard von Esel und Zebra sich bei den Versuchen des Lord Derby
fruchtbar mit einer Pferdestute verband.
Geschichte des Pferdes.
Trotz aller Stallatmosphäre webt sich ein tiespoetischer Hauch um Ent
stehung, Form und Bewegung des Pferdes! Fast alle Völker verherrlichen und
verehren es in Sage, Cultus, Geschichte und Mährchen! Neptun stößt seinen
Dreizack in die Erde und läßt aus ihr das Roß entspringen, ein« so edle Er
scheinung, daß dieser Gott später selbst, wie auch sogar der alte Kronide Saturn
sich mit Vorliebe in dieselbe verwandeln, um in dieser verführerischen Gestalt
Herzen zu berücken und mit Wolken und Wellen in verbotener Liebe himmlische
Pferde zu erzeugen! (Als Kern ist aus dieser poetischen Umhüllung wahr
scheinlich die Thatsache heraus zu schälen, daß Griechenland das Pferd von der
See her importirt erhalten hat.)
Die Vedas der Indier aus der ältesten Zeit erzählen, wie Wischnu durch
alle Thierformen hindurch endlich unmittelbar vor seiner Menschwerdung in
das vollkommenste Thier, in das Pferd Kalanki awatara sich umformt.
Die Chinesen haben ein uraltes Bildzeichen für die Signification des
Pferdes.
Die Edda läßt das berühmte Götterpferd Sleipnir aus der in eine Stute
verwandelten Riesenkraft hervorgehen und die Araber erzählen: als Gott das
Pferd schaffen wollte, rief er dem Südwinde zu „ich will ein Geschöpf aus dir
machen, verdichte dich"! Und aus einer Handvoll dieses verdichteten Windes
machte der Herr das Roß.
Merkwürdiger Weise findet sich die Idee von der Antheilnahme des West
windes bei der Erzeugung von Pferden auch bei anderen Völkern und der
Aberglaube, daß der Westwind die Stuten befruchte, läuft durch das ganze

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66