Titel:
Racen, Züchtung und Haltung des Pferdes
Personen:
Schwarznecker, Gustav Wikipedia
PURL:
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der Civilisation sei, mit dessen Quadraten letztere in proportionalem Verhält
nisse zunimmt", nicht als unbegründet zurückweisen dürfen. Aus den gegebenen
Andeutungen muß nothwendiger Weise der Schluß gezogen werden, daß helle
Ställe den dunklen vorzuziehen sind. Erstere haben außerdem den Vorzug, daß
sie die Controlle über die Pferde und Pferdewärter erleichtern und es ermög
lichen, Schäden an jenen und Nachlässigkeiten dieser wahrzunehmen. Im
Gegensatz zu dem Angeführten reden einige englische Schriftsteller dunklen
Ställen das Wort, indessen hauptsächlich mit Rücksicht auf hartarbeitende oder
im Training befindliche Pferde, und für diese wird das elair-obsour, das
magische Halbdunkel, das die Fliegen stillsitzen läßt und zur behaglichen Ruhe
einladet, allerdings zur Wohlthat. Es würde aber verkehrt sein, wenn man
dieses Halbdunkel, das zur zeitweisen Erholung nach schwerer Arbeit dienen soll,
als Regel für den ganzen Tag festhalten oder gar es auf die Füllenställe über
tragen wollte.
Da über Stalleinrichtungen noch in einem besonderen Capitel gesprochen
werden soll, so werden die hier angeführten Punkte genügen, um die Aufmerk
samkeit der Züchter auf den Aufenthaltsort ihrer Füllen, d. h. auf den Stall
zu lenken: dieser muß nach dem Vorgetragenen gut ventilirt sein, d. h. er muß
der reinen Luft ebenso Zugang wie der verdorbenen Luft Abstuß gewähren,
ohne daß Zugluft direct auf die Bewohner desselben einwirkt, er muß ferner
genügend, nicht unter + 10 bis 13° R. warm, und er muß ausreichend
hell sein. Ein viertes Erforderniß besteht endlich darin, daß der Stall gut
gestreut ist.
lieber die Streu, ihre Bedeutung und die Art und Weise, wie dieselbe zu
halten ist, giebt es umfangreiche Abhandlungen, indessen kommt es für den Füllen
stall, der meistentheils ein Laufstall (loose box) ist, oder doch wenigstens seinsollte,
weniger auf Eleganz, als auf Zweckmäßigkeit an. Gewöhnlich verbieten die
wirthschaftlichen Verhältnisse, Boxes und größere Laufställe täglich auszumisten,
wie es in herrschaftlichen und militärischen Stallungen Regel ist, und man
sollte glauben, daß durch dieses Liegenbleiben des Düngers die Stallluft sehr
verdorben wird. Die Sache ist jedoch nicht so schlimm, wie sie aussieht, wenn
man nur einige Vorsichtsmaßregeln in Anwendung zieht. Hierzu rechne ich,
daß man, wenn der Stall gepflastert ist, eine Schicht Sand oder trockene Erde
über das Pflaster ausbreitet, ehe Streu aufgelegt wird. Dieses einfache
Mittel hat den großen Vortheil, daß der entleerte Urin von der Sand
oder Erdschicht aufgenommen und gebunden wird, so daß Ammoniak sich nicht
entwickeln kann. Die festen Excremente bleiben freilich in der Streu liegen,
sie werden aber festgetreten und, wenn nur genügendes Streumaterial vorhanden
ist, von diesem so überdeckt, daß kein ausreichender Luftzutritt stattfinden kann,
um Gährungs- und Zersetzungsprocesse einzuleiten. Will man ganz sicher gehen
und jeder Luftverderbniß durch die Excremente vorbeugen, so wird die wöchent

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