Titel:
Racen, Züchtung und Haltung des Pferdes
Personen:
Schwarznecker, Gustav Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN638851270/483/
er sehr fein geschnitten wird;' er ist außerdem in diesem Zustande geeigneter, Ver
stopfungen u. dgl. herbeizuführen, als wenn er ungefähr 5—6 Ctm. lang ge
schnitten ist.
Nach dem Weidegange des erstm Jahres muß man sich hüten, im folgenden
Winter schlecht zu füttern. Das Füllen, welches wachsen soll, kann nicht wie
der Dachs von seinem aufgespeicherten Fette zehren. Wenn man auch die Hafer
ration vielleicht ohne Schäden gegen den ersten Winter etwas kürzen kann, um
die Aufzuchtskosten zu beschränken, so darf man doch nicht Hungerrationen ein
führen. Wo man nur eine Handelswaare von möglichst rundem Aussehen er
zielen will, eine Art optischer Täuschung, greift man in dieser Periode bereits
nach mehr aufschwemmenden, weichen Futtermitteln, wie Kleie, Kaff mit Stroh
und Heu untermengt, Rüben rc., indessen vergehen in dieser Weise billig und
schlecht aufgezogene Pferde im späteren Gebrauche wie Butter an der Sonne
und gebrauchen wie die Oldenburger, Ostfriesen, erst ein Jahr lang fortgesetztes
Körnerfutter, ehe sie feste Arbeitspferde werden.
Zwei- und dreijährige Füllen wird man nach den angegebenen
Gesichtspunkten weiter zu füttern habm, nur muß, wenn man die Haferrationen
beschränkt, Heu zugelegt werden. Selbstredend wird hierbei in der Landespferde
zucht der Kostenpunkt der einzelnen Futtermittel immer ebenso in Betracht zu
ziehen sein, wie die Race und der spätere Gebrauch der Füllen. In edlen
Gestüten, in denen man gute Weiden hat, kann man im Sommer auf l'/a und
bei dreijährigen zur Noth auch auf 1 Kilo Hafer heruntergehen, im Winter wird
man immer 3 Kilo Hafer und darüber bei 4 Kilo Heu und 5 Kilo.. Stroh
reichen müssen, wenn man die Entwickelung nicht unterbrechen will. Rations
sätze, wie 5 Mo Hafer und ebenso viel Heu, selbst während der Weidezeit, wie
ich fie in dem Futterregulativ vom. December 1872 für würtembergifche
Stammgestüte aufgeführt finde, mögen zwar nützlich sein, sie erscheinen aber
kaum nothwendig; jedenfalls vertheuern fie die Aufzuchtskosten in unnöthiger
Weise.
Die gemachten Angaben werden, da noch ein besonderes Capitel über
die Fütterungslehre folgen soll, vorausfichtlich zur allgemeinen Orientirung ge
nügen.

3. Musketübung.
„Uebung macht den Meister." Dieses alten Sprichwortes, das ausnahms
weise auch einmal wahr ist, sollte jeder Pferdezüchter eingedenk sein und bleiben!
Der Nutzen des Pferdes liegt nun einmal für unsere Culturstaaten ausschließlich
fast in der durch Muskelkraft geleisteten Arbeit, man soll deshalb nicht nur
durch die Fütterung Muskeln schaffen , sondern die geschaffenen auch üben und
aus zweckmäßige Weise für den künftigen Beruf vorbilden.

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