Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/101/
6. Abschnitt.
Ueber die Grundsätze. Wittel und Dörmen der naturgemätzen
Heilmethode, sowie die gewöhnlichsten Dehler, welche bei
ihrer Unwendung vorkommen.
1. Capitel. Begriff und Wesen der naturgemäßen Heilmethode.
Begreift man unter „Gesundheit" denjenigen Zustand des thierischen
Organismus, in welchem alle Organe desselben normal funktioniren, so
wird man Abweichungen von dieser normalen Funktion als „krankhafte
Zustände", „Krankheiten" zu betrachten haben, auch wenn dieselben
anscheinend nicht schmerzhaft sind. Nehmen wir z. B. ein Pferd, welches
rohrt, so ist dies ein Zustand, welcher dem Pferde, wenigstens im Stande
der Ruhe, keine Schmerzen verursacht, und doch ein durchaus krankhafter
Zustand, zu welchem sich, je nach dem Grade desselben, bei mehr oder
minder heftigen Bewegungen allerdings auch Schmerzen gesellen. Aehnlich
verhält es sich mit Zwanghuf, Spat rc.
Solche oft nur zeitweise und vorübergehend mit Schmerzen gepaarte,
aber die normale Funktion irgend eines Organs beeinträchtigende
Krankheitszustände nennen wir chronische, während wir unter akuten
solche verstehen, welche unter andauernden, mehr oder minder
heftigen Schmerzen auftreten und gleichsam zu einer schnellen Ent
scheidung, sei es zur Rückkehr in den normalen Zustand d. h. zur
Heilung, sei eS zur Funktions-Unfähigkeit eines Organs oder des ganzen
Organismus (zum Tode), drängen, wobei wir die Krankheit je nach
ihrer größeren oder geringeren Neigung zu letzterem Ausgange als „mehr
oder minder gefährlich resp. lebensgefährlich" bezeichnen.
Verstehen wir daher unter „Krankheit" jeden Zustand des Organis
mus, in welchem eine Hemmung seiner normalen Funktionen oder
eine Abweichung von denselben stattfindet, so werden wir unter „Heilung"
nur „eine Zurückführung der Funktionen in den normalen Zu
stand" verstehen können. Um eine solche wird es sich daher bei allen
Heilbestrebungen handeln müssen, nicht um eine Beseitigung der die
Krankheit lediglich markirenden, sie begleitenden Zeichen, der sog.
Krankheitssymptome. Als solche Symptome, welche keineswegs
mit der Krankheit identisch sind, und von denen manche die ver
schiedensten Krankheiten begleiten, haben wir z. B. vor allem das Fieber
anzusehen, den Schmerz, Hitze rc.
Beseitigt man den inneren Grund der Krankheit, so schwinden
diese Symptome von selbst und bilden während der Heilung
«nr prägnante Merkmale für das Fortschreiten oder die Ver
zögerung derselben. Geht man aber vorzugsweise auf Beseitigung

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