Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/102/
dieser Symptome aus, so haben 2000jährige Erfahrungen in der Heil
kunde bewiesen, daß diese Beseitigung sowohl durch Anwendung von
Fremdstoffen sog. Arzneien, wie durch gewaltsame Operationen
(Schneiden, Brennen) geschehen und so auch eine annähernd oder
scheinbar normale Funktion des betr. Organs zeitweise und vorüber
gehend herbeigeführt werden kann, ohne daß dadurch der eigentliche
Grund der Krankheit gehoben, die wirklich normale Funktion
des Organismus wiederhergestellt wird, daß vielmehr auf diesem
Wege eben am häufigsten die oben charakteristrten chronischen, oft an
scheinend schmerzlos oder nur unter zeitweiligen und vorüber
gehenden Schmerzen auftretenden, dafür aber ohne Aussicht
auf Heilung häufig Jahre lang und bis zur Auflösung des
Organismus bestehenden Krankheiten erzeugt werden.
Während die mit Medikamenten behandelnde Thierheilkunde meistens
ihre Bestrebungen gegen die Symptome richtet und dabei sowohl
mit gewaltsamen Verletzungen, welche an und für sich schon sehr
erhebliche Krankheiten darstellen, wie z. B.Aderlässen, Schneiden,
Brennen, Haarseilen u. s. w. vorgeht, als auch dem Organismus
durchaus feindliche, weil fremdartige, nicht assimilirbare (d. h.
nicht in Fleisch und Blut übergehende, dem natürlichen Stoffwechsel
dienendes Stoffe, wie z. B. Metalle und Metalloxyde, pflanzliche
und animalische Gifte (Chinin, Cantharidin rc.) verwendet, geht die
naturgemäße Heilmethode auf Beseitigung des inneren Krank
heitsgrundes selber aus und betrachtet die Symptome der Krankheit
lediglich als Wegweiser für den Weg der Heilung.
Den inneren Grund jeder Krankheit findet die Naturheilkunde
aber entweder in dem Vorhandensein eines dem Organismus feindlichen,
ihm heterogenen (andersartigen) Krankheitsstoffes in demfelben oder
in einer mechanischen Verletzung der Organe. In beiden Fällen bildet
die Ausscheidung des Krankheitsstoffes, die Neubildung gesunden Ersatz
stoffes den wesentlichen Vorgang des Heilprocesses. Der Krankheitsstoff
nun kann sowohl ein von außen eingedrungener sein» z. B. ein ver
schluckter unverdaulicher Körper, ein Giftstoff oder verdorbene
Nahrungsmittel, schimmlicher Hafer, zählendes Heu und dgl.
oder eine eingeriebene metallische Salbere., oder es kann ein solcher
Krankheitsstoff durch schädliche äußere Einwirkungen auf den Orga
nismus auch innerhalb desselben erst entstehen, z. B. Eiter in Folge
einer äußeren Verletzung, eines Hiebes oder Stiches, geronnenes
Blut, gequetschte Muskelfasern oder Bänder in Folge von Ver
stauchungen, Quetschungen u. s. w. Bei den eine so große Rolle
fpielenden Erkältungen der äußeren Haut ist es der Kohlenstoff,
welcher als Kohlensäure durch die Haut hätte ausgeschieden werden
sollen, aber, in Folge der durch die Erkältung bewirkten Unterdrückung
der Ausdünstung zunächst in der Haut zurückgehalten, Störungen im
Kapillargefäßleben derselben bewirkt, die dann entweder als Rheumatis
mus oder, wenn sie sich z. B. auf die Schleimhäute des Kehlkopfes, der
Nase x. werfen, als fog. Hals-, Nasenkatarrh rc. hervortreten.
Es wird hier genügen, festzustellen, daß nicht nur alle Anhänger der
Naturheilkunde in der Annahme eines „materiellen Krankheitsstoffes"
übereinstimmen, sondern daß ihnen hierin auch die bei Weitem größte

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