Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/124/
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Anhang

über die arznellose Zeitung von Irucklchäden und Wunden.

1. Capitel. Druck schaden und Druckwunden.

I. Anatomische Beschaffenheit der Haut.

Die Haut des Pferdes besteht von außen nach innen aus nach-
stehenden Schichten: 1) der behaarten Oberhaut (Epidermis), welche
sich aus kleinen Hornzellen zusammensetzt. Diese oberste, die sg. Horn-
schicht, schiebt sich durch den Stoffwechsel allmälig nach außen ab, indem
abgestorbene Hornblättchen beim Putzen u. s. w. sich ablösen und ab-
fallen. Ihren Ersatz erhält sie von nuten her durch Verhärtung der
unmittelbar darunter liegenden weichen Zellen der Schleimschicht, des
sog. Malpighi'schen Netzes. Die schleimigen Zellen werden ihrerseits
erzeugt von der unmittelbar darunterliegenden 2) Lederhaut. Diese
bildet beim Pferde eine von 0,5 bis 1 cm. dicke Schicht von sich vielfach
durchkreuzenden Fasern von Bindegewebe, organischen Muskeln, Blut-
gefäßen, Drüsen und Nerven. Die Lederhaut verbindet sich dann nach
unten mit dem großen Hautmuskel durch die dritte Schicht, das Unter-
hautzellgewebe (auch Unterhautbindegewebe genannt).

In letzterer verlaufen die Blutgefäße und Empfindungsuerven der
Lederhaut, in ihr liegen auch die Schleimbeutel an denjenigen Körper-
stellen, wo sich die Haut über Knochenvorsprünge (Bmstbein-, Ellbogen-,
Sprungbein-Höcker u. s. w.) spannt, ferner ein Theil der Talg- und
Schweißdrüsen, sowie die größern Haarsäcke.

Die große Mehrzahl der Haarsäckchen aber, wie der Talg- und
Schweißdrüsen, liegt in der Lederhaut selbst.

In die Haarsäckchen münden in der Regel mehrere Ausführungs-
gänge von Talgdrüsen, oder der Haarbalg selbst geht durch den
Ausführungsgang eines größern Complexes von Talgdrüsen
hindurch. Die Haare, ebenfalls hornige Gebilde, stecken mit ihrer Wurzel,
auch Haarzwiebel genannt, in dem Haarbalg oder Haarsäckchen,
auf dessen Grunde sich die Haarpapille befindet, welche fortwährend
Zellen erzeugt, die durch Verhornung das Haar selbst bilden. Dieses
geht mit seinem hohlen, inwendig mit Haarmark gefüllten Schaft durch
die äußere Schicht der Epidermis hindurch und verleiht der letzteren Schutz
gegen Kälte, Feuchtigkeit, mechanischen Druck rc. Auch die Ausführungs-
gänge der Schweißdrüsen durchbohren die Epidermis und bilden in dieser
Poren.

Diese kurze Darstellung der anatomischen Hautverhältnisse wird
genügen, um das Nachfolgende vollkommen verständlich erscheinen zu lassen.

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