Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/131/
Ganz enge Stichwunden, namentlich durch Nägel und dgl. ver
ursachte, heilen auch durch unmittelbare Zusammenheilung der
Wundränder, so daß es nur der äußern Behandlung mittelst ausziehen
der Compressen bedarf.
2. Mit Substanzverlust.
Wunden mit Substanzverlust müssen stets aus der Tiefe durch
Eiterung heilen. Sie werden zunächst mit beruhigenden Compressen
(s. 6, 2 rr) behandelt und zwar bis zu dem Moment, wo sie anfangen,
sich zu schließen bezw. wo sich die Oberhaut (Epidermis) zu bilden beginnt.
Dann tritt die ausziehende Compresse (Abschnitt 6, 2 ßß) in ihr Recht.
Die Behandlung ist im Wesentlichen also dieselbe, wie bei den unter a
besprochenen mit Eiterung heilenden Wunden.
Da jedoch über die Neubildungen bei Wunden mit Substanz
verlust sehr verschiedene und vielfach unrichtige Ansichten herrschen,
so scheint es mir geboten, hierüber nach meinen vieljährigen an Hunderten
von Wunden erzielten Erfahrungen Einiges mitzutheilen.

5. Capitel. Arber Neubildungen bezw. Ersatz verletzter oder
zerstörter Organe.
Die vielfach widersprechenden Ansichten, welche unter Physiologen
und Thierärzten über Neubildungen von verloren gegangener organischer
Substanz im Schwange gehen, stammen meiner Ansicht nach lediglich von
den so sehr verschiedenen Umständen her, unter welchen solche Neubildung
resp. ihr Ersatz durch organische Nebenprodukte (Bindegewebe) beobachtet
worden ist.
Wo man mit Fremdstoffen, seien es nun Säuren (Karbol
säure, Jodoform rc.) oder Salben (Jod-Salbe, Mercurialsalbe, rother
Blister rc.) Wunden behandelt, werden alle Neubildungen durchaus
ungünstig beeinflußt. Namentlich ist es die Neubildung von verlorener
Substanz der Lederhaut, welche vielfach verhindert wird und an deren
Stelle dann als Ersatz sogenannte Narbenhaut, Bindegewebe, tritt. In
Letzterem fehlen dann die feinen Nerven, die Capillargefäße,
Haarsäckchen, Schweiß- und Talgdrüsen,, welche in der Lederhaut
in so großer Zahl vorhanden sind. In Folge dessen bildet sich dann
auch kein Malpighi'sches Netz und keine behaarte Epidermis. Die
betr. Stellen bleiben kahl und sondern weder Schweiß noch Hautfett
ab: sie sind und bleiben degenerirt (entartet).
Was ich über Neubildungen bei naturgemäßer Behandlung in
zahlreichen Fällen unzweifelhaft beobachtet und wovon einzelne der
beweisendsten Beispiele im 5. Cap. dieses Anhanges eingehender angeführt
sind, bezieht sich:
(. Auf Neubildung der Epidermis, d. h. der behaarten Oberhaut.
Diese bildet sich, wenn die darunter liegende Lederhaut unverletzt ge
blieben ist und nur Trennung und Verlust der Epidermis von der Lederhaut

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66