Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
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unter Bloslegung der letzteren oder des Malpighi'schen Netzes stattgefunden,
bei naturgemäßer Behandlung stets neu, falls die Verletzung nicht «inen
solchen Umfang angenommen, daß die Thiere wegen Mangel an Haut
ersetzung und Hautfunktion überhaupt zu Grunde gehen, wie dies bei
größern Verbrennungen öfter vorkommt.
Ich habe eine vollständige Neubüdung von Epidermis in der Größe
von 120 Quadrat-Centimeter (15 Centimeter lang und 8 breit) beobachtet
(s. Cap. 5 Beispiel 3 b).
Das vollkommene Regenerationsvermögen (Neubildungs
fähigkeit) der behaarten Epidermis wird auch nicht bestritten. So sagt
Professor Dr. C. F. H. Weiß in seiner „speciellen Physiologie der Haus
säugethiere. Stuttgart 1869 S. 294: Epidermis, Epithelien, Hufe, Klauen
und Hörner bilden sich auf's Neue, wenn sie verloren gegangeu sind;
die drei letztgenannten Gebilde sind dann in der Regel verkrüppelt."
Was die Pferde-Hufe betrifft, so muß ich dies „in der Regel"
auch dahin erklären, das die Verkrüppelung stets nur die Folge unzweck
mäßiger Kunsthülfe ist. Ich habe bei richtiger Behandlung gerade
umgekehrt an die Stelle deformirter Hufe häufig ganz normale treten
sehen. (S. die unter XIX und XX angeführten Beispiele von Hufersatz.)
Ueber den Ersatz der Epidermis vgl. die im 5. Kapitel dieses Anhanges
angeführten Beispiele 3a und b, sowie 4a und b und 5, ferner das unter
VII (Räude) Angeführte.
2. Auf Neubildung der Lederhaut.
Die von mir innerhalb gewisser Grenzen ganz unzweifelhaft beobachtete
Neubildung auch der Lederhaut wird von Thierärzten, Anatomen und
Physiologen theils absolut bestritten, theils nur bedingt zugegeben. So
sagt Professor Dr. Franz Müller in seinem „Lehrbuch der Anatomie der
Haussäugethiere" Wien 1871 S. 254 von der Lederhaut: „der Nerven
reichthum der Haut ist ein ansehnlicher, die Empfindungsfasern verbreiten
sich in ihr derart, daß ein Nerv immer einem kleinem oder größern
Hautbezirk vorsteht. Ihr Blutteichthum ist ansehnlich, doch erzeugt sie
sich nicht wieder, wenn sie verloren gegangen ist; an ihre Stelle
tritt sogenanntes Narbengewebe."
Dagegen sagt Professor C. F. H. Weiß in seinem oben citirten Buche
„Physiologie der Haussäugethiere" S. 295: „Substanzverluste der
Lederhaut, welche die ganze Dicke derselben betteffen, werden^ nicht
durch neugebildete Lederhaut ersetzt, sondern es entsteht eine fibröse,
feste Narbenmasse, welche wesentlich von dem ursprünglichen Haut
gewebe verschieden ist, und in welchem sich weder Haare, noch Schweiß-
und Talgdrüsen bilden."
Wie man sieht, verneint Weiß die Neubildung der Lederhaut
nur für den Fall, daß der „Substanzverlust die ganze Dicke derselben
betroffen hat." Er giebt mithin den Ersatz derselben für alle diejenigen
Fälle zu, wo die Zerstörung nicht bis iucl. der Zellengewebeschicht
stattgefunden hat.
Ich muß aber nach meiner Erfahrung auch daS beschränken, da ich
ganz unzweifelhafte Neubildung der in ihrer ganzen Dicke verloren
gegangenen bzw. zerstörten Lederhaut in mehreren Fällen beobachtet habe.

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