Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/133/
— 119 —.
Nach meiner Erfahrung bildet sich die Lederhaut, falls nicht Fremd
stoffe rc. bei der Heilung Verwendung finden, nur dann nicht
neu, wenn die Zerstörung neben der vollen Dicke derselben gewisse
Grenzen in Länge und Breite überschreitet. Es scheint demnach, als
ob gewisse kleine Nervencomplexe vollständig zerstört sein müßten, um
diese Neubildung bei naturgemäßer Behandlung zu verhindern.
Ich verweise besonders auf die von mir in Cap. 5 dieses Anhanges
angeführten Beispiele 4 a und b «, ß und 5 und muß genauere Beobachtungen
den Herrn Anatomen und Physiologen von Fach überlassen, kann
denselben aber nur dann Beweiskraft zugestehen, wenn sie an einfachen
Naturheilungen gemacht werden.
3. Auf die Neubildung von Muskelfleisch.
Die Neubildung von Muskelfleisch habe ich öfter, in einem
Falle in relativ beträchtlicher Masse (s. Beispiel 5 im Cap. 5) wahr
zunehmen Gelegenheit gehabt. Da es sich bei diesem Falle um will
kürliche, also quergestreifte Muskeln handelte und sich über denselben
zum größten Theil wieder Lederhaut und behaarte Epidermis bildete,
auch die gesammte Muskelpartie weder an Form noch Funktionsfähigkeit
verlor, so glaube ich den Ersatz als quantitativ und qualitativ (d. h. in
Bezug auf Kontraktilität) vollständig annehmen zu dürfen.
Nach Professor Weiß a. a. O. S. 294 würden quergestreifte
Muskeln nicht regenerirt, sondern durch Bindegewebe ausgefüllt,
wodurch ihre Funktion zwar nicht aufgehoben, aber doch geschwächt
würde."
Professor Otto Weber führt jedoch an, daß es sowohl bei der ein
fachen Trennung, als auch bei der Vereiterung von Muskeln,
zu der Neubildung quergestreifter Fasern komme (Allg. und spez. Chirurgie
von Pitha, Billroth rc. Erlangen 1865 I S. 270).
Ich führe dies hier an, um zu zeigen, wie bestritten die Thatsachen
auf diesem Gebiete sind, was ich wesentlich auf die verschiedenen Heil
methoden zurückführe, welche die Neubildungen beeinflußten. Ich
halte die Beobachtungen von O. Weber für richtig und glaube annehmen
zu dürfen, daß denselben natürliche, nicht durch Fremdstoffe (Arzneien)
beeinflußte Heilungen zu Grunde lagen.
4. Auf Arterien und Venen.
Querdurchschnittene Arterien vereinigen sich nicht direkt wieder,
sondern ziehen sich zurück, schließen sich und verbinden fich dann wieder
durch neugebildete Verästelungen.
Dasselbe ist der Fall bei querdurchschnittenen Venen.
Längswunden, die keine gänzliche Trennung der Adern bewirken,
heilen bei Arterien und Venen.
5. Auf verletzte Nerven.
Durchschnittene Nerven vereinigen sich wieder.
Daß feinere Nerven und Blutgefäßchen sich auch nach völliger

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