Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/137/
6. Augenverletzungen.
Augenverletzungen kommen bei Pferden sehr oft vor, da die
Augen derselben sehr ausgesetzt und sehr empfindlich sind. Selbst durch
Einstoßen scharfer Strohhalme und dgl. können Verletzungen der durch
sichtigen Hornhaut entstehen. Ist diese völlig durchstoßen, so fließt in
der Regel daS Auge aus, aber auch in Folge starker Contusionen kommt
Verlust des Sehvermögens vor.
Ist das Auge kontusionirt oder verletzt, was am Thränen desselben,
Trübungen oder Wunden der durchsichtigen Hornhaut wahrnehmbar ist,
so lege man eine doppelte Compresse alter weißer Leinwand, in Wasser
von 18—20° R. (die wärmere Temperatur in kälterer Jahreszeit) getaucht
und mäßig ausgerungen (sg. beruhigende Compresse), so über oas Auge,
daß sie dasselbe nach allen Richtungen handbreit überragt, und überdecke
diesen mit 2—Ifacher Wolle. Man befestigt beide Binden am einfachsten
durch Unterschieben und Umschlagen um den SUrnriemen der Halfter und
Unterstecken unter die Backenstücke. Luftdichter Abschluß und anhaltende
feuchte Wärme ist Hauptsache. Zu hoch darf letztere nicht steigen, sondern,
wenn der Umschlagsich stark erwärmt anfühlt (nach ‘/i—1 Stunde), muß
er gewechselt resp. frisch angefeuchtet werden. Um vom Auge abzuleiten,
ist es gut, namentlich in warmer Jahreszeit, Genick und Stirn noch mit
beruhigenden, nicht überdeckten Compressen zu belegen. (S. Bei
spiel 11 im Cap. 5 Holzsplitter im Auge.) Die Heilung nimmt in der
Regel 3—7 Tage in Anspruch.
7. Schlecht geheilte, Fremdstoffe enthaltende und chronische
Geschwülste bildende Wunden.
Dieselben kommen nach arzneilicher Behandlung häufig vor. Ihre
Behandlung ist die chronischer Geschwülste (s. besonders I B, II B,
IV B und IX). Fast immer gelingt es, dieselben zum Anschwellen, Auf
brechen und Eitern zu bringen, wobei.dann die Fremdstoffe entfernt werden
und die normale Form des Gliedes bezw. der Körperstelle sich wieder
herstellt. Zahlreiche derartige Geschwülste, durch arzneiliche Behandlung von
einfachen Druckwunden, Kettenhang, Kniestichen u. s. w. veranlaßt, habe ich
nachträglich durch die hier angegebene Behandlung zum Eitern und normalen
Heilen gebracht (s. besonders Beispiel 8 Cap. 5). Selbst aus altem
Narben- und Bindegewebe hat sich oft noch durch Geschwürbildung
Eiter entleert, «iemalS freilich gelingt es, dasselbe zurückzubilden
und durch normale Haut zu ersetze«.
8. Streichwunden.
Die durch das sog. Streichen hervorgebrachten Verletzungen an den
Köthen, Fesseln, und Schienbeinen erfordern ganz dieselbe Behandlung/
wie die unter 1 dieses Kapitels angegebene der Kniewunden mit Substanz
verlust.
Zuweilen bleiben, wenn die ganze Lederhaut durch längere Zeit
anhaltendes Streichen wiederholt durchgescheuert ist, kahle Flecke.

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