Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/138/
Zuweilen aber habe ich solche, wenn sie klein waren, auch nach Jahr
und Tag noch sich wieder unter Anwendung der sub IIC geschilderten
Beinpflege mit Haaren bedecken sehen.
Da das Streichen aber verschiedene, meist vermeidbare Ursachen hat,
so scheint es angemessen, diese behufs Verhütung derselben einer kurzen
Betrachtung zu unterziehen.
Als Ursachen des Streichens treten hauptsächlich hervor:
a) Schlechte Lage der Eise«.
Die Eisen dürfen überhaupt nach der inneren Seite nicht über die
Hornwand vorstehen und die Hufsohle muß der natürlichen Fessel
stellung entsprechend horizontal geschnitten sein.
b) Schwäche der Bei«e resp. des Thieres überhaupt.
Viele Pferde verlieren den Fehler des Streichens durch gutes Futter
und gute Beinpflege (s. II0). Bis diese wirksam wird, ist in solchem
Falle die Anlage eines sog. Streichleders zu empfehlen.
c) Versuchte Carrectur der «Mrliche« Stellung der Hufe, «ameutlich
-er sog. bodeuruge» Stell««-.
Hier wird häufig der Fehler gemacht, daß man, um diese Stellung
zu corrigiren, die innere Trachten- und Fersenwand stark niederschneiden
und die äußere höher stehen läßt. Für das Auge verbessert sich so die
Stellung allerdings, aber beim Gebrauch der Beine fungiren die solcher
gestalt gespannten inneren Seitwärtszieher dann zu stark und schleudern
dadurch den Huf gleichsam gegen das andere Fessel- oder Schienbein.
Gerade in diesem Falle findet man oft, daß die Zehe und die
Trachtenwand, nicht das Eisen, das Stteichen verursachen.
Ich habe es stets praktischer gefunden, dem Hufe seine natürliche
Stellung zu lassen, ja eher noch die innere Hufwand etwas höher zu
halten, als die äußere. Das Beils wird dann im Gange gerade vor
gebracht und das Stteichen vermieden.
Bei solch' bodenenger Stellung Hilst dann auch oft das sog.
Streicheisen, ein am inneren Fersenrande besonders schmal, hoch und
stollenlos gehaltenes Eisen, welches außerdem noch 1—2 mm einwärts
des Hufrandes gerückt werden kann.
Am besten wendet man in solchem Falle Einsiedel'sche halbmond
förmige Eisen an.
Da die Art der am Pferdekörper vorkommenden Verletzungen und
Wunden in unendlicher Weise variiren kann, so ist es nicht möglich, für
jeden einzelnen Fall von vom herein die Anordnungen zu specialisiren.
Ich beschränke mich daher darauf, zum Schluffe noch eine Anzahl be
sonders interessanter Beispiele gelungener und einzelner in Folge falscher
(arzneilicher oder therapeutischer Eingriffe) mehr oder weniger mißlungener
Heilungen anzuführen.

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