Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/15/
1. Abschnitt

Einleitung.
Mächst dem Menschen selbst giebt es wohl kein Geschöpf, welches
so schwer unter dem unsere Zeit noch immer beherrschenden Arznei-Aber
glauben leidet, wie das edelste Thier, unser Kampf- und Sport-Genosse,
das Pferd. Wenn man nur die vielen Zeitungsanzeigen über die trefflichen
Heilmittel, welche alle dem offenen oder geheimen Arznei-Schatze entstammen,
überblickt, so könnte man leicht zu der Ansicht gelangen, daß für Alles,
ausgenommen den Tod, ein Kräutlein gewachsen oder ein Metall in den
Eingeweiden der Erde geschaffen sei. — Besucht man aber die Ställe,
dann sieht man die edelsten Rosse mit diesem oder jenem Fehler behaftet,
und das Stallpersonal weiß lange Geschichten zu erzählen, wie die sorg
fältigste Behandlung nicht genützt, wie alles Mögliche angewendet worden,
aber der Erfolg schließlich nur ein — „fehlerzeigender Rest" geblieben sei.
Ueber die gänzlichen Mißerfolge aber deckt sich die schweigende
Erde. — Das sind die Früchte einer Methode, die den alten Spruch:
„Medicus curat, natura sanat auf den Kopf stellt und behauptet: Medicus
sanat, natura non curat!“ Ich bin freilich auf Grund dreißigjähriger
Erfahrung ganz anderer Ansicht, ja der Ueberzeugung, daß sich Alles,
was da krankt und lahmt, ohne irgend welche Arznei viel sicherer,
besser und schneller heilen lasse, wenn man recht sorgsam jenem älteren
Sprüchlein folgt und alle Salben, Schmieren, Pillen und Mixturen
grundsätzlich vermeidet. Eine solche naturgemäße Behandlung gibt dann
auch die besten Fingerzeige für die Verhütung (Prophylaxis) der betreffenden
Leiden. — Die ausführlichere Anweisung, wie man das anfängt, möge
zunächst in Bezug auf ein Uebel gegeben werden, das trotz seiner einfachen
Entstehung und leichten Behandlung so oft zu einem dauernden Fehler führt.

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