Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/55/
41 —

3. Abschnitt.
Gom Kuf und den Kufleiden.
A. Allgemeines über den Hnf and knrze Anatomie des Hnfes.
Eine kurze anatomische Schilderung des Pferdehufs, dieses kunst
vollen und bewundemswerthen Gebildes, erscheint um so mehr geboten,
als fast alle Hufleiden aus Verkennung und Mißhandlung dieser von
Natur so überaus zweckmäßigen Organisation entspringen.
Um das innere Knochengerüst des Hufes, welches von oben nach unten
betrachtet aus dem untem Ende des Kronenbeines, dem Hufbein (an
welchem das Ende der Hufbeinbeugesehne befestigt ist) und dem Strahl
bein besteht, legt sich das sogenannte Leben, die Fleischtheile des Hufes,
wissenschaftlich die „Huflederhaut" genannt. Sie besteht wieder aus
der Fleischkrone, welche mit einer Wulst in die Kronenrinne der
Hornwand eintritt und sich dort mit dieser verbindet, der Fleischwand,
der Fleischsohle und dem Fleischstrahl mit dem Strahlkissen. Diese
nerven- und gefäßreichen Theile sind von der Hornkapsel eingeschlossen,
welche besteht: aus der Hornwand, der Hornsohle und dem Horn
strahl.
Die Hornwand, deren oberer Rand, der Kronenrand, hinten in
die funden, durch eine Spalte von einander getrennten Ballen endigt,
bildet unten, wo sie im unbeschlagenen Zustande den Boden berührt, den
Tragerand, dessen hintere Enden sich zu den sogenannten Eckstreben
umbiegen, welche die Seiten des Hornstrahls auf etwa */, ihrer Länge
von der Homsohle trennen, in welche jener daher nur mit seiner Spitze
eintritt.
Die Hornsohle schließt sich mittelst der sogenannten „weißen
Linie", einer lockerern und weichem Hommasse, an die Hornwand an
und nimmt hinten in einem zwischen den Eckstreben gelegenen dreieckigen
Ausschnitt den Hornstrahl auf, der aus einer sehr elastisch-schwammigen
Hommasse besteht und in seiner brettern Basis eine muldenartige Ver-
ttefung, die Strahlfurche, zeigt.
Zwischen Horn- und Fleischstrahl eingeschoben befindet sich noch
das schon erwähnte fettreiche Strahlkissen, welches gleichzeitig die
Unterlage für die Ballen bildet, in welche die Fleischkrone nachhinken
ausläust.
Was uns hier besonders interessirt, ist: 1. Die Verbindung der
Fleisch- und Horntheile des Hufes, 2. die Bildung und Emähmng der
letztem und 3. die mechanischen Funküonen des Hufes beim Gange.
1. Die Verbindung der Fleisch- und Horntheile des Hufts
untereinander wird bewirkt durch die aus der Huflederhaut hervortretenden
sogenannten Villopapillen (Zottenwarzen, Zottendrüsen), fadenförmige
Drüsen, welche in die aus den einzelnen Hornzellen gebildeten Horn
röhrchen hineintreten. Diese Hornzellen, aus derselben Masse, wie die
Oberhaut (Epidermis), bestehend, sind durch eine leimarttge Substanz, den

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