Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/67/
äußeren Zehennagels muß das Eisen zunächst fixirt werden. Diese beiden
Nägel müssen sehr sorgfältig und genau richtig eingeschlagen werden, damit
eine Regulierung der Lage des Eisens durch Hammerschläge von seitwärts
her, wodurch die schon eingeschlagenen Nägel gezerrt werden und ihrerseits
Ae Hornwand zerren, vermieden wird. Dann erfolgt zweckmäßig das Ein
schlagen des zweiten inneren Zehennagels, des vordersten äußeren Zehen-
und des äußeren Trachtennagels u. s. w.
Zur Versenkung des Nietblättchens der Nägel ist daS Verfahren,
mittelst Hohlstempels ein Stückchen Horn aus der Wand dicht unterhalb
des Nagellochs herauszuschlagen, dem unsichern Ausfeilen einer Rinne,
wodurch meist ein größerer Theil der Glasur verletzt wird, vorzuziehen.
Das Beraspeln der Wand ist absolut zu verbieten und nur ein leichtes
Befeilen des unmittelbar auf dem Tragerande des Eisens aufsitzenden
Hornrandes in der Höhe von 2—3 mm zu gestatten.
Das schließliche Ausfüllen der an der Wand etwa vorhandenen Aus
bröckelungen mit sogenanntem Hufkitt (der Defays'sche wird aus 1 Theil
Guttapercha und V- Theil Amoniakgummi warm bereitet und gebraucht)
hat Etwas für und Vieles gegen sich. Es ist Vortheilhaft, insofern
es das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz in diese Stellen ver
hindert, es verdeckt aber andererseits diese Schäden, macht die Schmiede
gleichgültiger in Behandlung der Wand und hat endlich, falls es sich in
wirkliche Risse der Wand hineinsetzt, den großen Nachtheil, daß der Huf-
kitt nach seiner Erhärtung als Keil wirkt und die Wand weiter aufspaltet.
Ich verwerfe daher die Anwendung jedes derartigen Kittes,
der mir weit mehr das Interesse seiner Fabrikanten und nachlässiger
Beschlagschmiede, als das der Pferdebesitzer wahrzunehmen scheint.
3. Ueber Hufschmiere. Der Streit, ob eine künstliche Fettung
nöthig, nützlich oder schädlich sei, ist schon sehr alt. Bor 30—40 Jahren
schien er schon gegen die Hufschmiere entschieden zu sein. In seinem
Werke „Gründliche Anweisung, die Krankheiten des Pferdes zu erkennen
und zu heilen" 3. Auflage. Danzig 1846 sagt schon der König!. Preußische
Regierungs-Departemems-Thierarzt vr. L. Wagenfeld S. 94: „das sonst
so übliche Einschmieren der Hufe mit Fett oder sogenannter
Hufsalbe ist gänzlich zu verwerfen; denn es macht die Horn-
substanz entschieden spröde und brüchig.
Ich muß mich aus langjähriger Erfahrung dem vollständig anschließen.
Ich habe selbst jahrelang (bis Ende 1858) Huffalben verschiedener Art
anwenden lassen und bis in die neueste Zeit vielfältig (darunter solche,
welche mit der größten Reclame in die Welt gestreut wurden) in fremden
Ställen anwenden sehen, im besten Falle ohne Nutzen, in den meisten
aber mit ersichtlichem Schaden. Seit 25 Jahren habe ich selbst weder bei
eigenen, noch bei den mir dienstlich unterstellten oder meiner Aufsicht an
vertraut gewesenen Pferden irgend eine Salbe angewendet. Ich habe
dabei unter gleichzeitiger Anwendung der unter II 6 geschilderten diätetischen
Bein- und Hufpflege stets und ausnahmslos die besten Resultate gehabt.
Niemals ist unter dieser Pflege und gleichzeitiger Handhabung des Be
schlages, wie hier dargelegt, irgend ein Huffehler entstanden, aus
nahmslos haben sich die so behandelten gesunden Hufe nicht nur so
erhalten und in Bezug auf Form, Elastizität und Härte auch stetig ge
bessert, sondern ich habe auch alle, mir mit Huffehlern behaftet zugegangenen

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