Titel:
Die Bein- und Hufleiden der Pferde
Personen:
Spohr, Peter Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN640114504/86/
festgesteckt. 2 wollene Binden von gleichen Abmessungen (oder ein ent
sprechend gefalteter Woilach) werden nun dicht und anliegend, aber ohne
zu scheuern, über die feuchte Binde übergewickelt und ebenso befestigt-
Im Winter ist es zweckmäßig, noch einen losen Woilach quer über
Widerrist und Bug herumzuführen und mit Deckengurt zu befestigen.
In dieser Wickelung bleibt das Thier ca. 5—6 Stunden stehen, wobei
zuweilen, namentlich in der wärmeren Jahreszeit, die feuchte Binde nicht
nur trocken, sondern auch von reichlichem Schweiße des Thieres wieder
naß wird. Alsdann wird das Thier in der Wickelung wieder ins Freie
vor die gefüllt zurechtgestellte Brandspritze geführt, und unmittelbar nach
Abnahme der Wickelung (was dann recht schnell und behende geschehen
muß) die eingewickelt gewesenen und nun in starker Dünstung begriffenen
Theile auf's Neue bespritzt, wie oben. Die erste Benetzung durch den
Douchestrahl muß recht schnell über das ganze Glied fort geschehen, die
folgenden etwas langsamer und gründlicher, namentlich auf den beim
Reiben früher als schmerzhaft erkannten Stellen mit dem Strahl ver
weilend. Nachher erfolgt das Trockenreiben und neue Einwickelung, wie
oben. Für die Nacht, wo die Wickelung mehrere Stunden länger liegen
bleibt, ringt man die feuchte Leinwandbtnde etwas weniger aus.
IN vielen Fällen genügt eine 2 malige Einwickelung mit nachfolgender
Bespritzung und Abreibung, um das frische Uebel gänzlich zu beseiti
gen. Muß die Behandlung dagegen über einen Tag hinaus fortgesetzt werden,
so bin ich aus praktischen, mit der militärischen Stallordnung zusammen
hängenden Gründen zu folgendem Verfahren gelangt: Morgens nach
dem Putzen der übrigen Pferde Abnahme der Wickelung, Bespritzung und
Neueinwickelung, Mittags vor dem Putzen der übrigen Pferde dieselbe
Procedur, Abends nach dem Abfüttern nach Abnahme der Wickelung nur
Abreibung der eingewickelt gewesenen Theil mit groben nassen Lein
wandlappen im Stande, darauf Trockenreiben und Erneuerung
der Wickelung für die Nacht. Schon die im größeren Theile des
Jahres herrschende Dunkelheit macht die Procedur des Abspritzens rc. Abends
lästig. Ihr Ersatz durch Frottiren mit einmal genäßten (in frischem
Brunnenwasser von 7—8 0 R.) Leinwandlappen, die man bis zur tüchtigen
Erwärmung benutzt, und darauf das Trockenreiben folgen läßt, ist in der
Regel hinreichend.
Ist keine Brandspritze zu haben, so begnügt man sich mit der Pferde-
klystirspritze, im Nothfalle mit nassen Abreibungen, die man dann
etwas intensiver und länger durchführt, wie die oben für den Abend
empfohlenen.
Selten habe ich akut buglahme Pferde länger wie 2—3 Tage
behandeln müssen, um sie völlig zu heilen. Den Beschluß macht dann
eine Abspritzung oder Abreibung mit Trockenreiben und ein etwa 2 stündiges
Führen oder Bewegen des Thieres an der Hand.
Hat die Behandlung nach 3 Tagen noch keinen ganz ersichtlichen
Erfolg gehabt, so kann man sicher sein, mit einer chronischen, aus
inneren Gründen, oder wenigstens, wenn auch in Folge äußerer Ver
anlassung, doch begünstigt durch frühere Anwendung von Medikamenten,
Haarseilen rc. entstandene Buglähme zu thun zu haben, wo dann das
nachstehend unter L beschriebene Verfahren Platz greift.

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