Titel:
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel
Personen:
Weber, Georg Adolf Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN647365456/127/
eigenen Stalle sah. Ich gab sogleich eine Gabe des Heilmit
tels ein und nach einer Viertelstunde die zweite. Hierauf sing
sie schon wieder an zu fressen, und es verloren sich alle Zeichen
der Krankheit; sie erhielt nun noch eine dritte Gabe, worauf
sie völlig gesund wurde.
Um indessen nicht weitläustig jeden einzelnen Krankheitsfall
niederzuschreiben, will ich nur die Namen der Ortsbürger auf
zählen, welchen milzbrandkrankes Hornvieh durch das Heil
mittel gerettet wurde. Diese sind:
97) Ludwig Koch,
98) Gastwirth Ludwig Uhl,
99) Commissionsrath v. Krug,
100) Henrich Wilhelm Lehr,
101) Henrich Lupp,
102) Konrad Ludwig Runk,
103) Ludwig Wagener,
104) Henrich Geist,
105) Peter Runk IV.,
106) Friedrich Ringshausen,
107) Philipp Uhl,
108) Philipp Kaiser.
Alle diese Stücke, fährt der Bürgermeister in seinem
Schreiben sort, bedurften nur Z, höchstens 4 Gaben und wur»
den völlig gesund. Dagegen führe ich folgende mißglückte Fälle
an, wo die Heilmittel zu spät gegeben wurden.
Dem Henrich Jakob Ringshausen erkrankte Abends eine Kuh.
Man hielt die Krankheit für das sogenannte Lumpenwerk, daher
schüttete ihr der Kuhhirt einen Trank ein. Den folgenden
Morgen erkannte man zu spät, daß die Krankheit nichts An
deres, als der Milzbrand sei. Obgleich ihr noch ein Paar Ga
ben des Heilmittels eingegeben wurden, starb das Thier dennoch.
Eben so verhielt es sich bei einer Kuh des Peter Runk IV.
— Auch bei der Kuh des Löb Katz wurden die Mittel zu
spät angewendet. —
Eine Kuh des Henrich Geist erkrankte Nachmittags und
erhielt 4 Gaben nach einander, worauf sich die Kennzeichen
des Milzbrandes wieder verloren und das Thier Freßlust zeigte.
Der Mann legte sich nun um 9 Uhr ruhig schlafen, fand aber
des Morgens die Kuh todt im Stalle *).

*) Dieses Recidiv würde geheilt worden sein, wenn der Besitzer der
Kuh die Nacht hindurch dieselbe beobachtet hätte, um den neuen Ausbruch
der Krankheit sogleich mit einigen Gaben des Heilmittels zu bekämpfen.

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