Titel:
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel
Personen:
Weber, Georg Adolf Wikipedia
PURL:
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In Virgils ländlichen Gedichten lesen wir (nach Voß
Übersetzung) folgende Stelle: „Das Verderben in kranker Lust
mordet alle Geschlechter des Viehes, und alle des Wildes, ver
giftet Leiche und grasigte Weiden mit Fäulniß. Sieh', der
dampfende Farr, vom harten Pfluge belastet, stürzt plötzlich
und verhaucht, aus dem Maule blutigen Schaum speiend, sein
letztes Geächz." Wer kann bei dieser Beschreibung an dem
Dasein einer Milzbrandseuche zweifeln!
Titus Livius, der bekannte römische Geschichtschreiber er
zählt von einer Epizootie, welche im Jahre 212 a. Ch. unter
den Kriegesheeren der Karthager und Römer, deren Anfüh
rer Marcellus war, bei der Belagerung von Syracus aus
brach und eine Menge Vieh tödtete, auf die Menschen über
ging und den größten Theil des Heeres der Karthager sammt
ihren Anführern aufrieb. Die Beschreibung, welche der Ge
schichtschreiber von der damals herrschenden Krankheit uns giebt,
von ihrem schnellen tödtlichen Verlauf, von der sehr heißen
Witterung, wahrend welcher die Krankheit grassirte, läßt es
gar nicht bezweifeln, daß hier der Milzbrand gemeint ist.
Sueton erzählt, daß im Jahre 190 p. Ch. das römische
Gebiet an einer Überschwemmung gelitten habe, und in Folge
derselben sei eine Viehseuche ausgebrochen, die alle Arten der
Hausthiere getödtet habe.
Plinius erzählt, unter dem Consulate des Julius Ruffus
und des Quintus Lucanius Bassus habe sich der bösartige
Karfunkel (Milzbrand) zuerst vom Lande in die Stadt Rom
geschlichen und beide Consuln seien darauf auch ein Opfer des
selben geworden.
Eine außerordentliche Trockenheit war es, welche, nach Gre
gor de Tours Bericht, in Touraine in den Jahren 558 und
592 ein allgemeines Viehsterben veranlaßte.
In der Chronik von Sachsen findet man die Erwähnung
einer sehr verheerenden Viehseuche, die in Frankreich nach vie
lem Regenwetter ausbrach. — Eine ähnliche Seuche richtete im
Jahre 889 in Lothringen in Folge einer Überschwemmung
große Verheerungen unter dem Vieh an. — Im Jahre 994
herrschte bei einer 6 Monate anhaltenden trocknen heißen Wit
terung, die vielem Regenwetter folgte, eine Epizootie, welche
im November anfing und in ganz Europa sich verbreitend un
ter den Thieren aller Art fürchterliche Verwüstungen anrich
tete. — Im Jahre 1441, unter der Regierung Friedrich des
Dritten herrschte in Deutschland eine Epizootie, nach einer
vorausgegangenen Überschwemmung, der eine trockene heiße
Witterung folgte, welche eine Menge Thiere wegraffte. — Im

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